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Inland 19.05.2026, 12:47 Aktualisiert: 19.05.2026, 18:02

Nur jeder fünfte Baum gesund: Waldzustandsbericht 2025 zeigt angespannte Lage

Nur jeder fünfte Baum in Deutschland ist gesund.

Wichtige Fakten

  • Nur jeder fünfte Baum in Deutschland ist gesund.
  • Jeder zweite Eichenbaum hat deutlich gelichtete Kronen.
  • Zahl neu abgestorbener Bäume ging zuletzt zurück.
  • Mischwälder mit Laub- und Nadelbäumen sind widerstandsfähiger.
  • Erprobung nicht-heimischer Baumarten wie Esskastanie im Waldlabor.

Waldzustand weiterhin kritisch

Der neue Waldzustandsbericht 2025, den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vorstellte, zeigt ein düsteres Bild: Nur jeder fünfte Baum in Deutschlands Wäldern ist gesund, vier von fünf Bäumen sind krank. Die sichtbaren Nadel- und Blattverluste der Baumkronen, ein zentraler Indikator, blieben auf einem sehr hohen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechterte sich der Zustand jedoch nicht weiter – Rainer sprach von einer Stabilisierung trotz ungünstiger Wetterbedingungen. Besonders betroffen sind Eichen: Bei jedem zweiten Baum ist die Krone deutlich gelichtet, verursacht unter anderem durch Trockenheit und den Eichenprachtkäfer. Auch bei Kiefern stiegen schwere Schäden. Die Wälder haben sich von den Dürrejahren 2018 bis 2020 noch nicht erholt, doch die Zahl neu abgestorbener Bäume ging zurück.

Strategien für die Zukunft

Förster setzen auf den Umbau zu Mischwäldern mit verschiedenen Laub- und Nadelbaumarten, die dem Klimawandel besser trotzen. Im sogenannten Waldlabor bei Köln werden nicht-heimische Arten wie Douglasie, Esskastanie und Flaumeiche getestet, die an trockenere Klimazonen angepasst sind. „Durch Vielfalt lässt sich das Risiko minimieren, dass ganze Waldflächen absterben“, erläutert Förster Michael Hundt. Ziel ist nicht die Verdrängung, sondern die Ergänzung heimischer Arten. Ein Beispiel: Im Forstrevier Siebengebirge stehen mittlerweile bis zu 13 Baumarten auf einer Fläche. Die Esskastanie gilt als vielversprechend für zukünftige Trockenperioden. Insgesamt betont der Minister auch die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes für Handwerk und Wertschöpfung im ländlichen Raum.

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