UK-Wirtschaft trotzt Iran-Krieg mit überraschendem Wachstum
Wichtige Fakten
- • Britische Wirtschaft wuchs im März um 0,3% überraschend.
- • Erstes Quartal 2026: 0,6% Wachstum, schnellstes in der G7.
- • Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 beeinträchtigte Wachstum kaum.
- • Frontloading-Effekte trieben Konsum und Produktion im März.
- • Ökonomen erwarten Wachstumsabschwächung im zweiten Quartal.
Die britische Wirtschaft ist im März 2026 überraschend gewachsen, obwohl in diesem Monat die ersten Auswirkungen des Iran-Krieges (ausgebrochen am 28. Februar) sichtbar wurden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg laut dem Office for National Statistics (ONS) um 0,3% im Vergleich zum Vormonat, während Ökonomen mit einem leichten Rückgang von 0,2% gerechnet hatten.
Maßgeblich waren sogenannte 'Frontloading'-Effekte: Unternehmen und Verbraucher haben Käufe vorgezogen aus Angst vor kriegsbedingten Preissteigerungen. Beispielsweise tankten Autofahrer vermehrt Benzin oder erwogen den Kauf von Elektrofahrzeugen. Im ersten Quartal 2026 wuchs die Wirtschaft um 0,6%, das stärkste Quartalswachstum seit einem Jahr und die höchste Rate aller bisher meldenden G7-Staaten.
Allerdings warnen Ökonomen vor einem Einbruch im zweiten Quartal. KPMG-Chefvolkswirtin Yael Selfin erwartet, dass die Energiepreise und Lieferengpässe die Verbraucher belasten und die Konjunktur dämpfen werden. Rachel Reeves, britische Finanzministerin, kündigte für die folgende Woche weitere Hilfen für Haushalte und Unternehmen an, betonte aber die Notwendigkeit wirtschaftlicher Stabilität mitten in der Labour-Führungskrise. Liberaldemokraten und Schattenfinanzminister Mel Stride warfen der Regierung vor, sich durch interne Machtkämpfe zu lähmen und die Kriegsfolgen zu verschärfen.
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