Glohbe - Hansis Blog

Norwegen: Teufelszunge, Folgefonna & Hargandervidda Nationalpark

veröffentlicht am 09.03.2016 - 22:03 Uhr Uhr - letzte Änderung 08.11.2016 - 15:42 Uhr Uhr Tags: Urlaub Wandern Rucksacktour Zelten Berge Wolkenfront in Norwegen

Boah, Norwegen. Was bist du für ein unendlich schönes Land? Nette Menschen, unglaubliche Landschaft und atemberaubende Bergwelt. Definitiv ein Must-See in Europa!

Unsere Packliste

Für eine 7-tägige Reise, auf der man nur mit Rucksack, Schlafsack und Zelt in der Natur unterwegs ist, musste ich bislang noch nie packen. Daher war das gar nicht so einfach. Wichtig war: So wenig Gewicht wie möglich, genügend Essen und warme, wasserdichte Kleidung dabei zu haben. Gepackt haben wir viel zu viel... ein Rucksack mit 24kg und einer mit 18kg.

Das haben wir tatsächlich gebraucht:

Was wir unnötig/zu viel eingepackt haben

Auch wenn man körperlich fit ist, merkt man beim Anstieg jedes Gramm! Vorab unbedingt genau überlegen auf was man verzichten kann. Wir hätten locker über 5kg Gewicht einsparen können. Wasser braucht man in Norwegen nicht kaufen, da es hier überall Frischwasserquellen gibt.

Flug von Bremen nach Haugesund

Beginnen wir von vorne: Markus und ich sollten ab Bremen nach Haugesund mit Ryanair fliegen. Problem war: Ich wohne in Augsburg, er zu der Zeit in Berlin. Also mit den Bus 9h nach Berlin, Parti machen, nächsten Tag weiter mit Bus nach Hamburg und von da mit der Bahn nach Bremen. Einchecken ging, allerdings wurde ich zurückgerufen, da man keine Benzinfeuerzeuge und keine Gaskartuschen als Gepäck aufgeben darf -.- Rucksack in Rekordtempo ausgepackt und alles rausgeworfen, dann zurück in den Flieger gesprintet, böse Blicke der anderen Passagiere kassiert *g* und mit minimaler Verspätung ab nach Norwegen!

Von Haugesund nach Odda

Nach kurzem Flug sind wir in Haugesund gelandet, von dort gleich weiter mit dem Bus nach Odda. Nachts um 2 Uhr angekommen, stock Dunkel, alles zu. Wir wollten kein Geld fürs Übernachten ausgeben, da man eh überall campen darf (außer im Ort oder eingezäunten Flächen). Also raus aus dem Ort, rein in die Natur. Doof nur, Odda liegt in einem Tal und es war Nacht. Haben also irgendeine Straße, die nach oben führt, genommen und kamen zum Glück mitten im Berg raus. Yeah, es hatte angefangen zu regnen. Zelt aufbauen, in Schlafsack schlüpfen und erschöpft einschlafen! Aufgewacht sind wir dann bei diesem Ausblick:

Odda - Vuigas

Folgefonna Nationalpark bei Regen

Da haben wir dann auch das erste mal richtig Odda und die Umgebung gesehen. Die Zeit war knapp, also gleich wieder runter ins Dorf, 2 neue Gasflaschen gekauft, bissl Proviant und auf gings in den Folgefonna Nationalpark! Problem war, dass es leider durchgehend genieselt hat. Bei der ersten Sturmhütte haben wir halt gemacht und Mittag gegessen.

Weggespülte Markierungen

Leider wurde der Regen nicht weniger, sondern mehr. Hilft alles nix haben wir uns gesagt. Unser Tagesziel - eine Selbstversogerhütte - war noch einiges über uns, also weitermarschieren. 2te Sturmhütte erreicht, Regen wurde noch stärker. Hier oben hat dann auch der Gletscher begonnen. Nach nochmaliger Pause wieder weiter.

Der Regen war jetzt so extrem, dass die Wegmarkierungen weggespült wurden. Wir hatten echt keine Chance mehr weiterzugehen, geschweige denn auf dem Gletscher die Hütte zu finden. Daher sind wir zurück zur zweiten Sturmhütte gestiegen und haben unser Nachtlager aufgeschlagen. Doof nur, dass alles komplett durchnässt und die Hütte alles andere als winddicht war.

Wenn aus Bächen Flüsse werden

Regen hat leider über Nacht auch nicht aufgehört, aber ein wenig nachgelassen, dass wir wenigstens zur ersten Sturmhütte absteigen konnten. Neben dem Weg verlief beim Aufstieg ein niedlicher Bach, beim Abstieg war mittlerweile ein kleiner Fluss daraus geworden. Wir waren heilfroh ohne Sturz oder anderen Unfall die untere Hütte erreicht zu haben! Die nächsten Bilder sind die erste Sturmhütte, wie man darin schlafen konnte und der dritte, sonnige Morgen:

Vuigas Sturm

Die Sturmhütten haben uns sichere und trockene Unterkunft geboten

Morgen in Norwegen

Die Sonne weckt uns am Morgen!

Sonne scheint auch in Norwegen

Wie zu sehen ist, war der dritte Morgen dann richtig schön: Erste mal Sonne! Da aber sämtliche Sachen (auch die im Rucksack) komplett nass waren, sind wir ganz ins Tal runter und haben sie zum Glück in der Touristen-Info trocknen können. Das hat dann bis Nachmittag gedauert und wir sind mit dem Bus weiter zum Aufstieg der Teufelszunge im Hargandervidda Nationalpark gefahren.

Hargandervidda Nationalpark - Teufelszunge

Glücklicherweise sind wir so spät angekommen, als alle anderen am Absteigen waren. Daher haben wir keine Touristen auf den Bildern und konnten die Nacht im Zelt neben der Teufelszunge verbringen. Das war richtig schön:

Teufelszunge Norwegen

Abstieg auf den Brettern einer alten Bergbahn

Am folgenden Tag sind wir noch ein bisschen rumgewandert und haben den Abstieg begonnen. Aber nicht auf dem normalen Wanderweg, sondern auf den Planken einer alten Bergbahn. Das war der direkteste Weg und ging steil bergab:

Bergbahn Norwegen

Das war der Weg der alten Bergbahn - hier gehts zum Youtube Video.

Der Weg nach Bergen

Unten angekommen sind wir mit dem Bus zurück nach Odda, haben im Busbahnhof geschlafen und sind am nächsten morgen weiter gefahren nach Kinsarvik. Dort wieder in den Hargandervidda eingestiegen. War alles sehr schön. Wir haben sehr viele Wasserfälle gesehen, sind über eine atemberaubende Hochebende mit tollen Farben (s. Bild ganz oben) gewandert und haben in den Flüssen gebadet. Gezeltet haben wir ebenfalls dort oberhalb eines kleinen Sees.

Fähre fahren, Auto trampen, Flugzeug fliegen

Wir sind tags darauf abgestiegen und mit der Fähre weiter nach Kvanndal. Dort Abends angekommen, haben wir versucht zu trampen, leider ohne Erfolg. Dafür das erste mal die Angel auspacken können, leider auch ohne Erfolg. Habe dort wieder in einer Busstation geschlafen (die Parkbänke sind echt bequem). Am nächsten morgen hat uns gleich erste Auto mitgenommen und ab gings nach Bergen, von wo unser Rückflug gehen sollte. Leider haben wir Bergen nur bei Regen und sehr tief hängenden Wolken erlebt. Schöne, sehr teure Hafenstadt. Von Bergen sind wir mit Norwegian Air zurück nach Berlin geflogen. In Berlin habe ich dann den Bus zurück in die Heimat genommen. Puh!

Norwegen on Top

Zelten über den Wolken an der Teufelszunge

Norwegen Sturmhütte drinnen

Kleider und Gepäck trocknen in der Sturmhütte

Norwegen Brücke

Kleine Brücken sorgen für eine trockene Überqueren der zahlreichen Flüsse

Norwegen Ausblick

Weitläufige Hochebenen mit kleinen Hügeln und vielen kleinen Gewässern

Norwegen Bouldern

Ein bisschen Klettern auf den große Felsbrocken

Norwegen Angeln

Erfolgloses Angeln zum Abschied der Reise...

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