Glohbe - Hansis Blog

2-tages Mountainbike-Tour im Karwendel

veröffentlicht am 10.03.2016 - 12:48 Uhr Uhr - letzte Änderung 17.03.2016 - 15:45 Uhr Uhr Tags: Wandern Ausflug Berge Hobby Ausblick Rossloch

Unglaublicher Ausblick beim Anstieg der Grubenkarspitze

Jedem der gerne in die Berge geht oder mountainbiked, dem kann ich diese wunderbare 2-Tages Tour nur empfehlen. Natürlich lässt sich das ganze für einen geübten Fahrer auch an einem Tag durchfahren, aber da wird eindeutig der Genuss zu kurz kommen. Wer noch wandern gehen möchte, sollte sich 3 Tage Zeit nehmen.

Der Plan

Mit dem Alter wird es aus demographischen und familiären Gründen immer schwieriger etwas mit seinen frühen Freunden zu unternehmen. Umso besser wenn es dann doch klappt: Jochen, Rafi, Rodrigo und ich haben im August 2015 ein Wochenende freimachen können für diesen Ausflug.

Es sollte von Grafrath mit dem Auto nach Scharnitz und von dort mit dem Mountainbike rein ins Karwendel Richtung Roßloch und dann zu Fuß zur Grubenkarspitze gehen. Übernachtung dann am Berg im Zelt und ggf. am 2ten Tag noch ein bisschen Klettern gehen und abends Richtung Heimat.

Ausblick Rossloch

Ausrüstung

Soweit der grobe Plan. Als nächstes kommt natürlich die passende Ausrüstung dazu. Da wir insgesamt zu viert und mit 4 Rädern unterwegs sind, konnten wir einiges einpacken. Zumindest anfangs klang das gut, später wird sich herausstellen, dass es wohl doch etwas zu viel war...

Unsere Packlist

Abfahrt & Ankunft in Scharnitz

Damit wir zum Sonnenaufgang in Scharnitz sind, haben wir am vortag bereits das Auto und den Hänger mit den Rädern beladen. Mehr oder weniger pünktlich ging es um 4:30 Uhr Richtung Süden (ja, manch einer hat verschlafen...).

Ansonsten ging die Fahrt sehr zügig und ohne Probleme. Gegen 5:30 Uhr kamen wir in Scharnitz an. Räder abladen, Gepäck halbwegs gleichmäßig verteilen, Auto und Hänger parken und los ging es...

Sonnenaufgang Karwendel

Wunderbarer Sonnenaufgang zum Start der Tour

Mit dem Mountainbike ins Vergnügen

Gleich zu Beginn der Fahrt geht es auf einer geteerten Straße mit einem sehr steilen Anstieg los. Davon sollte man sich aber nicht demotivieren lassen. Sobald man das hinter sich hat geht es erstmal sehr lange leicht bergab bzw. geradeaus. Der Weg führt sehr schön an der Isar entlang. Je später der Tag wird, desto mehr Radler und Wanderer fahren und laufen hier rum. Man fährt an unzähligen kleinen Stein-Türmchen vorbei, die über die Jahre von fleißigen Naturfreunden gebaut wurden (s. Bilder unten).

Später verlässt man den Hauptpfad und es geht entlang eines eher einsamen Pfads wieder bergauf. Das Radlfahren wird hier phasenweise sehr anstrengend bis ganz unmöglich. Dort werden Kieselsteine gebrochen und die Verteilen sich dann über den ganzen Weg. Durchdrehen, schieben und langsam vorankommen:

Kiesbett Karwendel

Im Kiesbett ist das radeln fast nicht möglich

Hat man diese Kieselfelder überwunden, kommt man auf eine Ebene mit einer leichten Steigung. Rechts und Links ragen die Berge steil nach oben. Der Weg schlängelt sich durch Latschen, herabgestürzte Felsbrocken und teils ausgetrocknete Flussbette. Man fährt an 2 großen freien Flächen vorbei, wobei die 2te perfekt zum Zelten und übernachten ist.

Zeltplatz Karwendel

Die große freie Fläche ist ideal zum Zelten und Übernachten

Zu Fuß zur Grubenkarspitze

Auf der Ebene kann man seine Räder absperren und das Gepäck in den Latschen gut verstecken. Da hier so wenig los ist und Wanderer eher von der ehrlichen Sorte sind, braucht man sich auch keine weiteren Gedanken machen.

Nach einer kurzen und entspannten Pause ging es dann auch gleich weiter zu Fuß den Berg rauf. Mittlerweile ist es nach 12 Uhr und man spürt die Anstrengungen. Hilft alles nichts, wir haben nur ca. 3 Stunden bevor es für den Abstieg zu dunkel wird. Neben dem Trampelpfad genießen von der ferne gut riechbare Bergziegen die Sonne und dösen vor sich hin. Vereinzelt sieht man auch Gämse.

Die Markierungen sind mit etwas Übung gut sichtbar - einfach den kleinen Türmchen folgen. Dennoch verlieren wir irgendwann den richtigen Weg und finden leider den Einstieg zur Grubenkarspitze nicht. Die späte Stunde und Müdigkeit zwingt uns daher vor Erreichen des Gipfels zur Umkehr. Der Ausblick war es dennoch absolut Wert:

Ausblick Karwendel

Abstieg, Grillen, Zelt bauen und schlafen

Der Abstieg zu unserem Zeltplatz ging zügig, der primäre Antrieb war die Aussicht auf Gebirgsbach-gekühltes Bier! Parallel zum Bier trinken wurden die Zelte aufgebaut, der Grill angefeuert und im eiskalten Gebirgsbach gebadet und abgekühlt.

Die Kälte hat uns recht bald ins Zelt getrieben und die Erschöpfung in den Schlaf geschickt. Zeitig ging es am nächsten Tag ans aufräumen, zusammenpacken und an die Abfahrt. Downhill macht das mountainbiken unglaublich Spaß und Laune und ist die Anstrengung der Uphill-Fahrt auf jeden Fall wert!

Leider haben wir keine gute Kletterstelle gefunden, weswegen wir das ganze Kletterzeug umsonst mitgenommen haben. Auch wenn man nur radelt, sollte man doch auch auf das Gewicht achten. Die Fahrt rauf auf den Berg hat deutlich länger gedauert als wir vermutet haben... Übergepäck sei dank ;)

Heimfahrt & Biergarten

Im Tal haben wir das Gepäck und die Räder wieder verladen. Heimfahrt verlief problemlos. Die verdiente Maß gab es dann im Dampfschiff in Grafrath. Unser Biergartenbesuch hat das gelungene Wochenende perfekt abgeschlossen.

Noch ein paar Impressionen vom Ausflug:

Steintürmchen Karwendel

Steintürmchen schauen schön aus und weisen den Weg

Aufstieg Karwendel

Zu Fuß gehts weiter zur Grubenkarspitze

Gams Karwendel

Die Gämse haben uns stets im Blick und waren auch sehr fotogen

Erschöpfung Karwendel

Wohlverdientes Bier vor dem Abstieg

Sonnenuntergang Karwendel

Farbenfroher Sonnenuntergang im Karwendel

Zelten im Karwendel

Abbau von Zelt und Aufbrauch zum Tal

Zeltplatz am Morgen Karwendel

Unser Zeltplatz am Morgen

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