Glohbe - Hansis Blog

Yukon - Freiheit in endloser Weite

veröffentlicht am 28.08.2017 - 13:39 Uhr Uhr - letzte Änderung 14.09.2017 - 14:46 Uhr Uhr Tags: Urlaub Kanada Roadtrip Wandern Angeln

Ein Traum wird wahr: Kanada! Genauer Yukon. Zu viert haben wir uns aufgemacht und dieses riesige Land erkundet. Zur Besseren Vorstellung: Yukon ist ein Territorium in Kanada mit einer Fläche von über 482.000 km² und knapp 38.000 Einwohner. Deutschland schafft nicht mal ganz 360.000 km², hat aber über 80 Millionen Einwohner. Das sind 0,08 Einwohner / km² vs. 230 Einwohner / km²...

Kanada Takhini River

Der Takhini River - 100km Kanu fahren in 4 Tagen

Vorbereitung auf den Kanada Urlaub

Wir waren Anne (s. Afrika Roadtrip), Markus (s. Wandern in Norwegen), Flo und ich. Primär hat Markus den ganzen Urlaub initiiert und wir haben über Neujahr in Finnland (Nordlichter Finnland) mit der groben Planung angefangen.

Unsere kleine Reisefamilie

Fest stand: Wir wollen Kanu fahren, ganz in den Norden mit dem Auto fahren und ein paar Tage in einem Nationalpark wandern. Zeitlich waren wir auf August eingeschränkt, daher war der Termin leicht zu finden. Außerdem haben wir beschlossen, dass wir zu 4t verreisen wollen. Da ist das Verhältnis am besten: Auto zu 4t, 2x Kanu, 2x Zelt, etc. Kann man alles gut aufteilen. Die Findung der beiden anderen Mitfahrer war auch nicht allzu schwer und zum Glück sehr unkompliziert:

"Hey Anne, wir fahren im August nach Kanada. Hast Du Lust?"
"Klar, sag mir kurz wann, aber da ist ansich alles frei."
2 Tage später war der Flug gebucht. Flo war genauso begeistert und hat nicht lange überzeugt werden müssen ;)

Dempster Highway

Gruppenfoto am Anfang des Dempster Highway.

Aufteilung war dann Papa Markus, Papi Flo mit den 2 Kindern Anne und Hansi. Glücklicherweise sind wir ohne jeden Familienstreit ausgekommen und hatten einen ausgesprochen harmonischen Urlaub. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass wir 2 Wochen lang 24/7 auf engstem Raum aufeinander saßen. Danke fürs so unkompliziert sein! Später kam dann noch der Horscht dazu, der war sehr anständig und umgänglich :)

Kanus leihen im Yukon

Nachdem die Reisegruppe feststand ging es darum Infos einzuholen, Routen suchen und die NationalParks raussuchen. Das meiste geht unkompliziert per Mail, manchmal bekommt man erst nach 1-2 mal nachmailen, dann auch eine Antwort.

Die Kanus leihen und sich an einem Punkt aussetzen lassen und später abholen lassen, war kein Problem. Wir haben uns für eine 4 Tagestour auf eigene Faust auf dem Takhini River entschieden. Den passenden Verleih haben wir dann schnell gefunden. Er heißt Yukon Wide Adventures und wird von Alex, ein Deutscher, geleitet. Leider ist Alex ein nicht allzu freundlicher und auch sonst sehr komischer Typ (dazu unten mehr). Die Kanus waren aber in einem sehr guten Zustand. für ca. 400€ haben wir bekommen: 2 Kanus, 6 Paddel, 4 40 Liter Tonnen, Schwimmwesten, Schwamm, Schöpfkelle, Transfer nach Mendenhall Landing (da ging die Paddelei los) und Abholen 4 Tage später, wo der Takhini River in den Yukon fließt. Das fanden wir sehr fair.

Takhini River Kanu

Die Kanus vorbereiten und die wasserdichten Eimer beladen...

Nach Ivavik fliegen - Nationalpark finden

Einen schönen Nationalpark zu finden, war leider nicht ganz so leicht. Wir wären gerne in den Ivavik Nationalpark eingeflogen. Dort gibt es keine Straßen und keine Siedlung. Man kann sich ausschließlich einfliegen lassen und wir dann ein paar Tage später wieder abgeholt. Das klingt nach Abenteuer! Doof nur, dass das Einfliegen ~ 12.000 CAD, also ca. 8.000 €, kostet. Joah, für einen Flug der gerade mal eine Stunde dauert, ist das nur ein wenig überteuert...

Haben uns daher für den Kluane Nationalpark im Süden von Yukon entschieden. Das war auch die richtige Entscheidung!

Der Roadtrip - Dempster Highway - Whithorse, Inuvik und weiter nach Tuktoyaktuk

Da wir alle unbedingt ganz in den Norden wollten, war auch die Route sehr schnell gefunden: Der Dempster Highway. Es führt sowieso nur der Dempster Highway ganz in den Norden, daher hat man keine andere Wahl.

Takhini River Kanu

Die Route unseres Roadtrips auf Google Maps

Aktuell wird der Highway verlängert nach Tuktoyaktuk, das ist eine "Stadt" direkt am Polarmeer. Allerdings sollte dieser Highway laut unserer Vorabinfo erst im November eröffnen. Vor Ort hat sich das bestätigt. Falls man ihn dennoch befährt, zahlt man 5.000CAD Strafe. Zur Info: Ein Flug von Inuvik nach Tuktoyaktuk kostet ca. 700CAD (~500€).

Das Equipment

Das war etwas aufwendiger. Die Herausforderung: So viel Ausrüstung wie möglich, so leicht und so platzsparend wie möglich einzupacken. Was zwingend mit musste:

Glücklicherweise konnte jeder den ein oder anderen Teil dazu beisteuern. So dass wir kaum etwas dazu kaufen mussten. Lediglich Beil und Bärenspray haben wir in Kanada gekauft. Dennoch war das ein Haufen Gepäck und viel Gewicht. Aber wir jammern ja nicht ;)

Das ganze Essen haben wir vor Ort im Whitehorse im Canadian Super Store gekauft. Preislich war das in Ordnung, nicht überteuert und ähnlich wie in DE.

Alkohol in Kanada

Für Bier und Schnaps zahlt man aber deutlich mehr. Ein 6-Pack 0,3l Budwiser kostet ~15CAD. Die lokalen Sorten 18CAD. Meine Empfehlung: Yukon Gold! Schnaps und Wein sind richtig teuer, da am besten im Flughafen beim Duty Free eindecken ;) Außerdem ist öffentliches trinken nicht gestattet. In den Liquor Stores gibt es aber diese braunen Papiertüten, wie man sie aus den Filmen kennt.

Zahlen in Kanada

Der Kurs steht aktuell sehr gut. Man kann dort oder hier Bargeld wechseln. Allerdings ist das nicht zwingend nötig, da man wirklich alles mit Kreditkarte zahlen kann. Daher ist eine Visa oder MasterCard Pflicht. Auf meiner Übersicht findest du die richtige Kreditkarte fürs Ausland.

Kanufahren auf dem Takhini River

Wir haben eine Nacht in Vancouver geschlafen und sind dann ganz früh mit Air Canada weiter nach Whitehorse. Vom Flughafen ging es mit dem Taxi zum Canadian Super Store (= der Walmart Kanadas). Dort haben wir sämtliches Proviant gekauft: Reis, Mac n Cheese, Nudeln, Soße, Cliff-Bars, Beef Jerky, usw. Alles was leicht ist und satt macht. Um kleiner packen zu können und nicht so viel Müll mit in die Natur zu schleppen, haben wir das ganze Essen in ZipLocks umgepackt. Gegenüber vom CSS liegt ein Baumerkt, bei dem wir Gaskartuschen, Benzin und ein Beil gekauft haben. Danach gings mit dem Taxi weiter zum Alex.

Gepäck Kanufahrt

Umgepackt und aussortiert - Das Gepäck für die nächsten 4 Tage Kanufahrt...

Yukon Wide Adventures - Kanuverleih

Nachdem Anne uns angemeldet hat, wurden wir weder begrüßt noch anderweitig empfangen. Haben erstmal unsere ganzen Sachen umgepackt, da wir nicht alles fürs Kanu fahren brauchten. Auf die Frage, ob wir die überflüssigen Gepäckstücke dort lassen können, kam nur ein knappes "Nein" zurück. Ok... Zum Glück gab es gegenüber die Touriinfo, die das freundlicherweise aufbewahrt haben.

Auto gepackt, noch eine Angel Lizenz geholt (gibt es beim Canadian Tire), und los gings nach Mendenhall Landing. Die Fahrt war landschaftlich toll, ein Gespräch mit Alex zu führen und normale Antworten zu erwarten, eher unmöglich. In etwa liefen die Gespräche so:
"Hey Alex, wie bist Du in Kanada gelandet?", "Durch Zufall."
"Hey Alex, weißt du was bzgl. der Sonnenfinsternis?", "Dadurch ändert sich mein Tag nicht und was interessiert mich die?"

Kanutour Route Takhini River

Unsere Route auf dem Takhini River: Von Mendenhall Landing zur Yukon Mündung, ~ 100km | Bei den roten Zahlen haben wir das Zelt aufgeschlagen.

In Mendenhall Landing haben wir Kanus und Gepäck abgeladen, Alex hat uns grob gesagt wann wir wo sein sollten und ist dann abgedüst. Einweisungen o.ä. gab es nicht. Yeah... Gepäck umgeladen und los ging es.

Tag 1: Takhini River bei 30°C und strahlendem Sonnenschein

Wer hätte das gedacht? Kanu fahren in Yukon in Badehose, bei über 30°C und blauem Himmel? Es war super heiß auf dem Wasser und das gute Wetter hat die Freude noch mehr gesteigert! Am ersten Tag sind wir nur ca. 3h Kanu gefahren. Erstmal psychisch ankommen, die Landschaft bewundern und alles auf sich wirken lassen, war wichtiger.

Frühstück am Lagerfeuer

Zum Frühstück gab es i.d.R. Bohnen mit Brot, Kaffee und Tee, hier im Lagerfeuer gekocht

Haben einen schönen Zeltplatz auf einer Anhöhe mit tollem Ausblick gefunden. Abends wurde es ziemlich windig. Haben an einem windgeschützen Platz unsere Zelte aufgeschlagen. Zum Abendessen gab es Nudeln mit leckerer Soße. Am Lagerfeuer noch ein Bier getrunken und dann ging es recht bald ins Bett.

Als Frühaufsteher hatte ich das Vergnügen das Frühstück zu kochen und den Rest ganz sanft zu wecken. Nach dem Frühstück ging es weiter...

Tag 2: Angeln auf dem Takhini River

Oh yeah, endlich einen Tag lang angeln und mit Sicherheit ganz viele leckere Fische an Land ziehen... Leider Pustekuchen. Wir haben wirklich den ganzen Tag von Früh bis Spät die Angel ausgeworfen, aber keinen einzigen Fisch gefangen. Noch frustrierender war, dass wir nicht einmal einen im sehr klaren Wasser haben schwimmen oder springen sehen!

Bildergalerie Kanada Takhini River 1

Ansonsten hieß es primär, treiben lassen, ein bisschen lenken, chillen und genießen. Das schöne Wetter vom Vortag hat sich leider etwas verschlechtert. Wir hatten nur noch knapp 20°C bei dichter Wolkendecke. Hatten wieder einen schönen Schlafplatz mitten in einem Indianer Camp oder so.

Tag 3: Der Frühe Angler fängt keinen Fisch

Früh aufgestanden und gleich mal eine Frühstücksangelsession eingelegt, erfolglos. Die anderen geweckt, gefrühstückt und aufgebrochen. Heute wird ein langer Tag. Wetter nochmal kälter, windig und immer wieder leichter Regen. Der Fluss wurde sehr breit, deutlich langsamer dafür der Gegenwind stärker. Wenn man nicht paddelt, bleibt man stehen -.- Waren über 11h auf dem Wasser.

Zum Abend dann habe ich meine Angel versenkt, ich dachte die schwimmen? *empört* Dafür hatte wir den mit Abstand schönsten Schlafplatz bisher. Auf einer kleinen Erhebung mit super Ausblick auf den Sonnenuntergang. Kurz vorher gibt es einen Ausstieg zu einem Camping Platz, dort nicht raus, sondern noch ca. 10 Minuten weiter fahren, dann auf der linken Seite.

Tage 4: Drohnen können nicht schwimmen

Am letzten Tag unserer Kanufahrt mussten wir nochmal ca. 3h Gas geben bis wir den Yukon erreicht hatten. Beim Filmen per Drohne habe ich dann ebendiese versenkt... naja. Shit happens -.-

Fazit: Das Kanu fahren auf dem Takhini River hat sehr viel Spaß gemacht. Das Wetter war verhältnismäßig gut und hätte deutlich schlechter sein können. Die Landschaft durch die man fährt war abwechslungsreich. Bären, Elche oder andere Tiere haben wir leider nicht gesehen. Nur Bärenspuren und sehr neugierige Eich- bzw. Erdhöhrnchen. Mit unserem Proviant sind wir locker ausgekommen.

Video Takhini River:

Raodtrip: Von Whitehorse nach Inuvik

Mietauto in Whitehorse

Alex hat uns dann pünktlich um 14:00 Uhr abgeholt und mit zurück nach Whitehorse genommen. Gepäck aus der Touri-Info geholt und mit dem Taxi zu Drive Force unserer Autovermietung gefahren. Drive Force kann ich nur empfehlen! Auto wurde schnell geholt und nach einer kurzen Einweisung und Schadensprüfung an uns übergeben. Die Mädls hinter dem Tresen waren super nett und alles lief ohne Probleme. Ich darf vorstellen, HORSCHT:

Mietauto Horscht in Kanada

Auf nach Dawson City

Glücklicherweise haben sich Markus und Flo bereit erklärt Fahrer zu machen und Anne und ich konnten uns auf die Rückbank chillen. Bevor es losging waren wir noch im Airport Charle mega leckere Burger essen. Dann nochmal Proviant kaufen und wir haben noch 3 Kisten zum Ordnung schaffen (1x Ausrüstung, 1x Schlafzeug, 1x Essen) gekauft, das kann ich jedem nur empfehlen. Kosten bei Waltmart nur 10€. Als letzte Station waren wir natürlich noch im Liquor Store zum Bier nachkaufen.

So ging es dann auf dem Klondike Highway in Richtung Dawson City (s. Karte ganz oben). Flo und Hivo sind sehr lange bis nach 1 Uhr in der früh gefahren. Haben sogar unseren ersten Bären (vmtl. Schwarzbär) gesehen! Gegen 1 wurde es erst dunkel und wir haben an einem See (weiß leider den Namen nicht mehr) auf sehr weichem, moosigen Untergrund die Zelte aufgebaut. Noch ein bisschen See gesessen und die Sterne angeschaut, Bier getrunken und die Ruhe genossen. Am nächsten habe ich einmal meine Kleider im See gewaschen bevor der Rest aufgewacht ist. Dann frühstücken und es ging weiter Richtung auf dem Klondike Highway.

Goldmine in Dawson City

Dawson City ist eine alte Goldgräber Stadt, die zu ihren Glanzzeiten über 40.000 Einwohner hatte. Jetzt leben nur mehr 1.300 Leute dort. Die Goldminen und sogenannten Claims sind weitestgehend abgegrast. Trotzdem hatten wir Glück und sind spontan einfach mal zu einer aktiven Goldwaschmaschine gefahren. Auf die Frage, ob wir uns das mal anschauen dürfen, gab es nur die Antwort "I don't see a reason why not." und wir durften hinein:

Goldwaschmaschine Dawson City

Eine kleinere Goldwaschmaschine in Aktion unmittelbar vor Dawson City

Ansonsten gibt es nicht sooo viel in Dawson City. Ist halt eine Arbeiter- und Durchgangstadt. Haben noch ein bisschen Essen nachgekauft, einen Dempster Highway Passport in der Touriinfo geholt und die Stadt ein bisschen angeschaut. Dann ging es auch schon weiter.

Der Dempster Highway

Endlich sind wir auf dem Dempster Highway! Ab hier geht es nur noch über eine planierte Sandstraße weiter nach Inuvik. Die Landschaft war einfach Atemberaubend und ist nur mit einem Wort zu beschreiben: Weite. Ein passenderes fällt mir nicht ein.

Haben auf rund 500m einen Grizzley mit Baby gesehen, ansonsten nicht so viel. Mittags haben wir auf einem Camping Platz halt gemacht und Mais mit Würstln gegrillt. Jammi! Dann ging es aber auch schon wieder. Das Wetter hat dann ganz schön umgeschlagen und wir sind in Nebel und Regen bis 1 Uhr in der Früh weiter gefahren. Das sah dann so aus:

Tombstone Nationalpark Nebel auf dem Dempster Highway

Auf dem oberen Bild sieht man den Tombstone Nationalpark bei Sonne am Vormittag, auf dem unteren sieht man nichts mehr am Nachmittag.

Warme Duschen in Eagle Plains

Der Regen wurde immer stärker und wir sind bis 1 Uhr morgens mit 60km/h weitergetuckert. Haben dann bei Eagle Plains angehalten und im Auto geschlafen. Am nächsten morgen gab es dann das erste mal seit Vancouver eine richtige Dusche mit warmen Wasser <3! Danach noch schnell getankt und Rino, den Tankstellenhund, gestreichelt. Unbedingt besuchen!

Der Arctic Circle bei Nebel

Das Wetter war etwas besser, zumindest geregnet hatte es nicht mehr. Es hingen dennoch tiefe, dichte Wolken am Himmel. Irgendwie war das aber passend, da hier 2015(?) ein Waldbrand war und dadurch alles richtig gespenstisch und unheimlich wurde. Nächster halt war dann der Arctic Circle. Oh yeah:

Arctic Circle bei Nebel

Danach ging es weiter zum Ort mit dem besten Namen: Fort McFearson. Hier wurde getankt, nochmal Essen nachgekauft und weiter ging es und wir werden endlich Inuvik erreichen. Vorher gibt es aber noch ein paar Bilder:

Bildergalerie Dampster Highway

Inuvik

Vor der letzten Fähre vor Inuvik steht ein kleines Holzschild mit "Smoked Fish". Unbedingt hinfahren. Der Fisch ist super lecker und wir von einem Inuit geräuchert. Seine Tochter war gerade mit ihren 2 Hunden da: Peanut & Butter. Wer keinen Fisch mag, sollte wegen der Hunde hin fahren! Wer keine Hunde, dem ist eh nicht mehr zu helfen...

Dann endlich sehen wir das Schild mit der Aufschrift: Welcome to Inuvik NWT Wir haben es geschafft =)

Welcome to Inuvik

Nach mehrtätiger Fahrt endlich am Ziel: Inuvik in NWT (Northwestern Territories)

Alisons - Das Schulbusrestaurant

Auch wenn es auf dem obigen Bild nicht so wirkt, wir kamen erst nach 21:00 Uhr in Inuvik an. Überall wurde uns Alisons empfohlen. Das soll ein Restaurant in einem alten Schulbus sein. Leider war dort bereits alles seit 19 Uhr nicht ausgebucht, sondern ausgegessen. Daher hatten wir dort Pech. Sind dann erstmal auf den ersten richtigen Camping Platz und haben Zelte aufgebaut. Zu essen gab es dann später einen Burger.

Die Mud Trapper Bar

Da das mit dem Essen nicht so ganz geklappt hat, haben wir gehofft in der Mud Trapper Bar eine schöne Kneipe zu finden. War eher die Inuit-Alki-Kneipe. Haben trotzdem 2 Bier getrunken, Hivo hat beim Pacman verloren und wir haben Max, den ultimativ männlichen und pöbeligen Inuit kennengelernt, der uns auch endlich die Frage beantwortet hat, was man im Winter dort oben macht:

BANG F*CKING POLAR BEARS!

Alles klar ;) Sind dann wieder zurück zum Camping Platz und hatten den definitiv gemütlichsten Abend mit dem schönsten endlos dauernden Sonnenuntergang gehabt:

Dämmerung in Inuvik

Dämmerung in Inuvik. Bei der Aufnahme war es halb 3 in der Früh, dunkler wurde es auch nicht mehr...

Flug Inuvik - Tuktoyaktuk

Am nächsten Tag sind wir Alkoholbedingt erst spät aus dem Bett gekommen und wollten uns informieren, wie man am besten nach Tuktoyaktuk (kurz Tuk, ein Ort direkt am Polarmeer) kommt. Flug kostet 700CAD und dauert ca. 45min... Das war uns ein bisschen zu teuer. Es wird gerade eine Straße gebaut, die macht leider erst im November 2017 auf und daher konnten wir dort noch nicht fahren. Viel mehr konnte man da oben auch nicht machen. Sind ein bisschen rumgebummelt, haben uns in der Gemeinde ein Zertifikat abgeholt und sind wir aufgebrochen, den ganzen Weg zurück...

Erdhörnchen am Arctic Circle

Fahrt war die selbe als auch beim hochfahren nur bei besseren Wetter und Sonnenschein. Haben dann nochmal am Arctic Circle gehalten und wurden von 2 sehr munteren und nicht allzuscheuen Erdhörnchen begrüßt, die unter der Plattform ihren Bau hatten. Nehmt Erdnüsse mit, die haben sie sehr gemocht:

Erdhörnchen Arctic Circle

Hab noch einen Schwarzbären und eine Elchkuh mit 2 Kälbern gesehen, ansonsten ist wenig ereignisreiches passiert. Die Landschaft genießen war aber auch schön genug :)

Takhini Hot Springs

Zurück in Whitehorse haben wir mal wieder Verpflegung gekauft unsere Wäsche in einem richtigen Waschsalon gewaschen und sind im Anschluss in die Takhini Hot Springs gefahren. Das sind 2 Schwimmbecken mit Wasser aus natürlichen heißen Quellen gefüllt. Das tat gut! Danach gings nach Mendenhall Landing (s. Kanufahrt) und dort haben wir gezeltet und am nächsten morgen ging es früh weiter in den Kluane National Park.

Kluane National Park

Der Nationalpark war unsere letzte Etappe. Hier wollten wir wandern und ein bisschen in die Berge stapfen. Wetter war solala, aber es ging. Vor ab muss man sich im Zentrum anmelden, bekommt eine Bärensicherebox und gibt seine Daten an, falls etwas ist. Das war schon gut organisiert, hat aber auch viel Zeit gekostet.

Mush Lake

Wir haben uns für den ersten Tag den Mush Lake ausgesucht. Das ist ein See gut abgelegen am Fuße eines kleinen Berges. Doof nur, dass wir für 17km fast 2h gebraucht haben... Die Straße war nur schwerlich befahrbar. Naja, Zelte aufgebaut und ein bisschen in die Natur gewandert, war aber auch sehr schön, und wir haben kurz auf dem Weg vor uns einen Elchbullen gesehen!

Wandern am Mush Lake

Mount Archibal

Am nächsten Morgen wieder zurück, Schwarzbär gesehen, weiter zurück und zum Mount Archibal gefahren. Die Anfahrt war wieder ähnlich schwierig und Auto war mittlerweile ganz schön zerkratzt. Egal! Wir haben uns eine 2 Tageswanderung vorgenommen, also Zelte, Kochzeug, etc. alles in den Rucksack und dann Abmarsch!

Da es keine markierten Wege gibt, haben wir eine Beschreibung aus dem Internet gehabt. Doof war nur, dass die von 2013 war und meinte wir sollten uns durch das Unterholz einem Wildpfad folgen, der natürlich längst nicht mehr Existenz war. Als Alternative stand Bush Whacking, sprich mit Beil und Säge eine Schneise schaffen, bis man am Flussbett angelangt ist. Das hat Zeit gekostet.

Bush whacking

Wer findet den Weg, wenn es keinen gibt?

Der viele Regen hat den Fluss ganz schön ansteigen lassen, weswegen wir leider irgendwann die Wanderung abbrechen mussten und zurück zum Auto sind. Bevor die Geschichte zum Finale kommt, hier noch eine kleine Bildergalerie:

Bildergalerie Kluane Nationalpark

Aurora Borealis in Kanada

Der aufmerksame Bilderschauer wird schon gesehen haben, um welches Finale bzw. Highlight (oder Greenlight?) es sich handelt... Trotz Abbruch war die Stimmung gut! Wir sind ziemlich spät wieder am Auto angekommen, im Wald war es bereits super finster. Mit dem Auto ein Stück zurück gefahren und dann vor Erschöpfung beschlossen, dass wir im Auto schlafen (nur der Flo wollte glücklicherweise alleine zelten). Das war daher glücklich, da er als er aus dem Auto wollte, das Nordlicht entdeckt hat, das über uns im vollen Gange war! Bilder gibt davon gibt es nur im Video...

Video zum Roadtrip & Nordlichtern im Yukon

Die restlichen Tage

Am nächsten Tag hieß es Auto putzen und noch eine richtig schönen Platz für die letzte Nacht in Yukon suchen. Das haben wir zum Glück auch am Lake Laberge. Das war super schön und ein perfekter Platz zum Abschluß! Tagsdrauf ging es mittags zum Flughafen nochmal ins Airport Chale und zur Auto Rückgabe und dann zurück mit dem Flieger nach Vancouver und dann noch in ne Bar und dann ins Hostel zum Heia machen ganz früh für denn Hivo nach Hause und dann zum Frühstücken und dann zum Radln und dann zum Mittagessen und dann zum Flo verabschieden und dann zum Bummeln und dann zum Bier trinken in der Hostelbar und dann für mich zum Flughafen (Anne ist noch ein paar Tage dort geblieben) und dann nach Hause.

Fazit

Fahrt nach Kana - ach vergesst das. Fahrt dort bloß nicht hin! Überlasst das Land mit seiner endlosen Weite, Einsamkeit, Schönheit und Natur lieber uns und fahrt am besten nach Thailand auf Koh Samui oder so...
Danke, Hansi!

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