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International 21.05.2026, 15:58 Aktualisiert: 21.05.2026, 18:03

15 Jahre nach Unglück: Air France und Airbus wegen Tötungsdelikts verurteilt

228 Menschen starben beim Absturz von Flug AF447 2009.

Wichtige Fakten

  • 228 Menschen starben beim Absturz von Flug AF447 2009.
  • Air France und Airbus wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
  • Höchststrafe je 225.000 Euro von Unternehmen gefordert.
  • Beide Firmen kündigten Berufung gegen das Urteil an.
  • Familien kritisieren Strafzahlung als bloße Symbolik.

Schuldspruch nach 17 Jahren Rechtsstreit

Ein Pariser Berufungsgericht hat Air France und Airbus wegen fahrlässiger Tötung beim Absturz des Fluges AF447 im Jahr 2009 für schuldig befunden. Die Maschine war auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in einen Sturm geraten und ins Meer gestürzt, alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben. Das Gericht sprach die Unternehmen damit „allein und vollständig verantwortlich“ für die Katastrophe, nachdem sie 2023 noch freigesprochen worden waren. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Höchststrafe von je 225.000 Euro gefordert, die nun verhängt wurde. Beide Konzerne kündigten umgehend Berufung an.

Vergleichsweise milde Strafe sorgt für Kritik

Hinterbliebene der Opfer bewerteten den Schuldspruch als späte Anerkennung ihres Leids, kritisierten die Geldstrafe jedoch als symbolisch. Der Betrag entspreche lediglich wenigen Minuten Umsatz der Unternehmen. Die ursprüngliche Freispruch von 2023 war von vielen Familien als Schock aufgenommen worden. Der Absturz der Air France Maschine gilt als das schwerste Unglück in der französischen Luftfahrtgeschichte. Die Unglücksursache war 2012 auf eine Kombination aus defekten Sensoren und Pilotenfehlern zurückgeführt worden, doch die Anklage fokussierte sich auf Versäumnisse von Flugzeughersteller und Airline bei Schulung und Sicherheitsmaßnahmen.

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