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Kultur 26.05.2026, 06:00 Aktualisiert: 26.05.2026, 08:07

700 Jahre altes Artus-Manuskript kommt unter den Hammer

Manuskript aus der Zeit um 1290–1310 enthält Merlin- und Gralslegenden.

Wichtige Fakten

  • Manuskript aus der Zeit um 1290–1310 enthält Merlin- und Gralslegenden.
  • 126 miniature Illustationen, darunter Merlin als Hirsch, in Gold und Vellum.
  • Wird bei Christie’s für 1,5–2 Mio. £ versteigert, vormals in Privatbesitz.
  • Eines von nur drei vergleichbaren Manuskripten in Privathand weltweit.
  • Wissenschaftler hatten keinen vollständigen Zugang für umfassende Studien.

Einzigartiges Zeugnis der Artus-Sage

Ein seltenes, reich illuminiertes Manuskript aus dem späten 13. Jahrhundert, das frühe Versionen der Legenden von König Artus, Merlin und dem Heiligen Gral enthält, kommt im Juli bei Christie’s in London zur Versteigerung. Der Schätzwert liegt zwischen 1,5 und 2 Millionen Britischen Pfund (umgerechnet rund 1,75 bis 2,3 Millionen Euro). Das als Lebaudy-Manuskript bekannte Werk befand sich mehr als 700 Jahre in Privatbesitz und wurde noch nie öffentlich ausgestellt oder umfassend wissenschaftlich untersucht.

Bedeutung für die Forschung

Das Manuskript stammt aus der Zeit von 1290 bis 1310 und wurde vom anonymen Meister der Lütticher Apokalypse angefertigt – ein Künstler, der für seine dynamischen, eckigen Gesichter und den Einsatz von Blattgold geschätzt wurde. Es enthält 126 Miniaturillustrationen, darunter eine ungewöhnliche Darstellung Merlins als sprechender Hirsch – ein Symbol seiner Zauberkraft. Die Texte basieren auf dem altfranzösischen Lancelot-Gral-Zyklus, dem Urquell der Artus-Sage. Nach Angaben einer Spezialistin der Cambridge University Library enthält das Werk eine einzigartige, überarbeitete Fassung der Geschichte, die das Ende zugunsten von Arthurs Kämpfen und seiner Königswürde umschreibt.

Chance auf öffentlichen Zugang

Bislang konnten Wissenschaftler das gesamte Manuskurt nicht im Detail untersuchen. Sollte eine öffentliche Institution – wie eine Bibliothek oder ein Museum – den Zuschlag erhalten, würde das langgehegte Forschungsdesiderat auf Datenzugänglichkeit ermöglicht. Stiftungen oder reiche Privatsammler könnten jedoch ihre Chancen wahren.

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