Augenärzte kassieren oft ungerechtfertigt hohe Zuzahlungen für Grauer-Star-OPs
Wichtige Fakten
- • Viele Augenärzte verlangen für asphärische Linsen 500-1000 Euro Eigenanteil.
- • Asphärische Linsen gelten als medizinischer Standard und werden in Unikliniken kostenlos eingesetzt.
- • Preisunterschiede zwischen sphärischen und asphärischen Linsen sind minimal, unter 80 Euro.
- • Untersuchungen zeigen keinen Vorteil teurer Laserunterstützung bei der OP.
- • Juristen stufen die Praktiken als Abrechnungsbetrug oder Sittenwidrigkeit ein.
Viele Augenärzte fordern überhöhte Zuzahlungen
NDR-Recherchen zeigen, dass viele Augenärzte für asphärische Monofokallinsen, die international als medizinischer Standard gelten, überhöhte Eigenanteile verlangen. Diese Linsen kosten in Herstellung kaum mehr als die vom Hersteller angebotenen sphärischen Linsen, die als Kassenleistung ausgewiesen werden. Während Unikliniken asphärische Linsen standardmäßig ohne Zuzahlung einsetzen, berechnen viele Praxen und OP-Zentren Aufpreise von 500 bis über 1.000 Euro pro Auge.
Abrechnungspraktiken kritisiert
Die Abrechnungen sind laut Medizinrechtler Andreas Spickhoff häufig irreführend bis betrügerisch. Da der kassenärztliche Pauschalbetrag für die Versorgung mit einer Linse ausreicht, kassieren die Ärzte nach NDR-Informationen sogar doppelt. Auch die Kosten für vermeintliche medizinische Mehraufwände werden teils als sittenwidrig eingestuft. Die betreffende Klinik deutschlandweit größte Kette will sich nicht äußern.
Nutzen von Laserunterstützung fraglich
Zusätzlich bieten viele OP-Zentren eine Laserunterstützung für über 1.000 Euro an, obwohl unabhängige Studien keine Vorteile gegenüber der herkömmlichen Methode belegen. Der Bundesverband der Augenärzte verweist auf individuelle Wahlleistungen und lehnt systemische Reformen ab.
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