Austritt der VAE aus der OPEC: Anfang vom Ende des Ölkartells?
Wichtige Fakten
- • VAE war 2025 drittgrößter Ölexporteur der Welt.
- • OPEC produzierte 2025 nur 36,7% des globalen Rohöls.
- • Straße von Hormus seit acht Wochen blockiert.
Hintergrund und Analyse
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) planen, die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zu verlassen und eigene Wege zu gehen. Analysten bezeichnen dies als „den Anfang vom Ende der OPEC“. Der Schritt erfolgt inmitten hoher Volatilität auf dem Ölmarkt, ausgelöst durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran, der laut Weltbank den größten Verlust an Ölangebot seit Beginn der Aufzeichnungen verursacht hat.
OPECs Einfluss schwindet
Die 1960 gegründete OPEC koordiniert die Ölförderung ihrer Mitglieder, um stabile Einnahmen zu gewährleisten. Kritiker, darunter US-Präsident Donald Trump, werfen ihr vor, durch Angebotsverknappung die Preise künstlich hochzuhalten. In den letzten Jahrzehnten hat die OPEC jedoch an Bedeutung verloren: 1973 entfielen 52,5 % des weltweiten Rohöls auf sie, 2025 nur noch 36,7 %. Nicht-OPEC-Länder wie die USA, Kanada und Brasilien haben Anteile übernommen.
Auswirkungen des Austritts
Die VAE waren 2025 der viertgrößte Ölproduzent der OPEC mit einer Tagesproduktion von 3,1 Millionen Barrel. Ohne Bindung an die OPEC könnten sie die Förderung um etwa eine Million Barrel täglich steigern. Kurzfristig hat der Austritt jedoch kaum Auswirkungen, da die Straße von Hormus seit acht Wochen blockiert ist und viele OPEC-Mitglieder ihr Öl nicht exportieren können. Langfristig sehen Experten wie Charles-Henry Monchau darin das „Ende der OPEC, wie wir sie kannten“. Die Fähigkeit des Kartells, Preise zu setzen, werde deutlich sinken.
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