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Gesellschaft 26.02.2026, 05:30

Betrugsverdacht bei Masernimpfungen in Bayern

27 Arztpraxen in Bayern stehen im Verdacht, falsche Masernimpf-Atteste auszustellen.

Wichtige Fakten

  • 27 Arztpraxen in Bayern stehen im Verdacht, falsche Masernimpf-Atteste auszustellen.
  • Das Masernschutzgesetz von 2020 schreibt Impfungen für Kitakinder vor, mit Ausnahmen.
  • Ein Netzwerk aus 40 Gesundheitsämtern tauscht Informationen über verdächtige Ärzte aus.
  • Kontrollen der Impfpässe sind mangelhaft, da Gesundheitsämter nur noch Kenntnis nehmen sollen.
  • Ein Arzt in Salzburg stellt für 240 Euro generelle Impfunfähigkeitsbescheinigungen aus.

Verdacht auf Betrug bei Masernimpfungen

Gesundheitsämter in Bayern ermitteln gegen 27 Arztpraxen wegen des Verdachts, falsche Masernimpf-Atteste auszustellen oder Impfpässe zu fälschen. Dies geht aus einer Recherche von NDR, WDR und SZ hervor. Die verdächtigen Ärzte sind oft Homöopathen, Naturheilkundler oder integrative Mediziner. Seit der Einführung der Masernimpfpflicht 2020 sind solche Fälle gestiegen, weshalb sich etwa 40 Gesundheitsämter zu einem Netzwerk zusammengeschlossen haben.

Unzureichende Kontrollen und grenzüberschreitende Praktiken

Die Kontrollen der Impfnachweise sind laut Bericht mangelhaft. Das bayerische Gesundheitsministerium hat angeordnet, dass Gesundheitsämter Impfpässe nur noch zur Kenntnis nehmen sollen, statt sie zu prüfen. Stattdessen sollen Kita-Leitungen oder Schulsekretärinnen die Überprüfung übernehmen, was oft überfordert. Ein Beispiel ist der deutsche Arzt Andreas Sönnichsen in Salzburg, der für 240 Euro generelle Impfunfähigkeitsbescheinigungen ausstellt, die in Deutschland oft anerkannt werden, obwohl sie keinen individuellen Grund enthalten.

Folgen und Ermittlungen

In Fällen, in denen verdächtige Impfungen überprüft wurden, zeigten Blutproben oft, dass Kinder keinen Masernschutz hatten. Ein Arzt aus Landshut ist wegen Verdachts auf 1.290 gefälschte Impfnachweise in Untersuchungshaft gewesen. Das Bundesgesundheitsministerium plant keine Nachschärfung des Masernschutzgesetzes, da die Kontrolle Ländersache ist. Experten warnen, dass Betrug die Impfquote und den Schutz vor Masern gefährden kann, besonders für Kleinkinder.

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