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Wirtschaft 16.06.2026, 05:55 Aktualisiert: 16.06.2026, 15:01

Britische Regierung lehnt Thames-Water-Rettungspaket ab – Verstaatlichung rückt näher

Umweltministerin Reynolds lehnt £10-Mrd.-Plan als unzureichend ab.

Wichtige Fakten

  • Umweltministerin Reynolds lehnt £10-Mrd.-Plan als unzureichend ab.
  • 107 MPs fordern Ablehnung des Deals und temporäre Verstaatlichung.
  • Gläubiger-Konsortium London & Valley Water pocht auf schnellste Lösung.
  • Reynolds befürchtet unfaire Kosten für Kunden und Verzögerungen.
  • Thames Water droht in Monaten die Zahlungsunfähigkeit.

Hintergrund

Die britische Regierung hat Einwände gegen ein vorgeschlagenes Rettungspaket für Thames Water erhoben. Umweltministerin Emma Reynolds äußerte in einem Schreiben an die Regulierungsbehörde Ofwat Bedenken gegen das 10 Milliarden Pfund schwere Angebot der Kreditgeber des Unternehmens. Ein Regierungssprecher erklärte, das Angebot schütze weder Verbraucher noch Umwelt ausreichend. Thames Water, das rund 16 Millionen Kunden hauptsächlich in London und Südengland versorgt, steht seit drei Jahren unter Druck und die Regierung ist bereit, notfalls die Kontrolle zu übernehmen.

Inhalt des Rettungspakets

Eine Gruppe bestehender Kreditgeber – London & Valley Water – hatte angeboten, Schulden in Höhe von 9,4 Milliarden Pfund zu erlassen und frische Milliarden zuzuführen, verlangt im Gegenzug jedoch eine vierjährige Aussetzung von Bußgeldern für Umweltverschmutzung. Das Paket sieht 3,35 Milliarden Pfund frisches Kapital und einen neuen Kreditrahmen von 6,55 Milliarden Pfund vor. Die Kreditgeber betonen, die Mittel würden „bedeutende Verbesserungen für Kunden und die Umwelt“ ermöglichen. Ofwat prüft das Angebot; eine Entscheidung wird im Sommer erwartet.

Position der Regierung

Reynolds ist besorgt, dass der Deal zu Lasten der Verbraucher gehe und Leistungsstandards senke sowie Infrastrukturverbesserungen verzögere. Sie erklärte, Thames-Water-Kunden seien „15 Jahre lang im Stich gelassen worden“. Die Regierung bevorzugt zwar eine marktwirtschaftliche Lösung, ist aber bereit, im Notfall einzugreifen – die temporäre Verstaatlichung im Rahmen eines Sonderverwaltungsverfahrens (SAR) würde Thames Water einen Neustart ermöglichen, Schulden abschreiben und einen Verkauf ohne Schuldenlast erleichtern.

Politische Entwicklungen

Andy Burnham sprach sich als Labour-Kandidat für die Verstaatlichung aus. 107 Abgeordnete, darunter 42 von Labour, forderten in einem offenen Brief die Ablehnung des Deals. Die GMB-Gewerkschaft nannte die Ablehnung eine Erleichterung, forderte jedoch eine dauerhafte Verstaatlichung. Thames Water lehnt SAR ab: Es würde „dringend benötigte Verbesserungen verzögern, Kosten erhöhen und Risiken verschieben“. Ohne Rettungsdeal droht Thames Water innerhalb weniger Monate zahlungsunfähig zu werden.

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