Cannabis nach der Teillegalisierung: Zwischen Boom und Kritik
Wichtige Fakten
- • Zahl der Strafverfahren gegen Kiffer stark gesunken.
- • Anstieg von Medizinalcannabis von 8 auf über 200 Tonnen jährlich.
- • Klinikeinweisungen wegen Cannabis bei Jugendlichen um 14,9 Prozent gestiegen.
- • Cannabis-Messe Cannafair erwartet bis zu 30.000 Besucher.
- • Kritiker fordern Änderungen am Gesetz; Drogenbeauftragter will gegensteuern.
Stand der Teillegalisierung
Zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland zeigt sich ein ambivalentes Bild. Die Cannafair-Messe in Düsseldorf lockt mit rund 300 Ausstellern und erwartete bis zu 30.000 Besucher. Die Branche profitiert vom wachsenden Markt, wie Anne Schmidt vom Papierhersteller HBI Europe berichtet: "Der Markt in Deutschland wächst weiter seit der Teillegalisierung."
Erfolge und Kritik
Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband lobt die Entkriminalisierung als Erfolg. Tatsächlich ist die Zahl der Strafverfahren gegen Konsumenten drastisch gesunken. Anbauvereine wie Duesselhanf kritisieren jedoch die Regelung, dass Konsum nicht in den Vereinsräumen erfolgen darf. Timon Panke von Duesselhanf fordert Lockerungen, da alle Mitglieder volljährig seien.
Fehlentwicklungen
Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck sieht klare Fehlentwicklungen: Der legale Verkauf von Medizinalcannabis ist von 8 auf über 200 Tonnen pro Jahr explodiert, was er als Missbrauch medizinischer Strukturen wertet. Auch Apotheker kritisieren, dass Rezepte oft ohne persönlichen Arztkontakt online ausgestellt werden.
Gesundheitsrisiken
Mediziner warnen vor Folgen für Heranwachsende. Eine Studie der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Leipzig belegt einen Anstieg cannabisbedingter Klinikeinweisungen bei Jugendlichen um 14,9 Prozent. Streeck fordert eine Kombination aus Prävention und klaren Grenzen, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen und den Jugendschutz zu stärken.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.