Commerzbank mit Rekordhalbjahr – Übernahme durch UniCredit rückt näher
Wichtige Fakten
- • Operativer Gewinn erstes Halbjahr steigt um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.
- • Nettoergebnis legt um 40 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro zu.
- • UniCredit hat Zugriff auf fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile.
- • Bund hält noch gut zwölf Prozent an der Commerzbank.
- • Aktienrückkauf um bis zu 1,2 Milliarden Euro geplant.
Rekordquartal dank starkem Zinsgeschäft
Die Commerzbank hat im zweiten Quartal 2026 ihr operatives Ergebnis um rund 17 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Überschuss von April bis Juni legte auf 898 Millionen Euro zu. Diese außergewöhnliche Entwicklung fußt laut Unternehmensangaben auf einem starken Zinsgeschäft sowie einer geringeren Risikovorsorge. Branchenexperten werten das Ergebnis als Vertrauensbeweis für die Strategie von Vorstandschefin Bettina Orlopp, die seit ihrem Amtsantritt verstärkt auf Wachstum im Privat- und Firmenkundengeschäft setzt.
Verteidigungslinien gegen den italienischen Investor
Trotz der soliden Zahlen steht das vom Bund gerettete Geldinstitut vor einer ungewissen Zukunft: UniCredit, die bereits rund 49 Prozent der Anteile hält, zeigt unverändert großes Interesse an einer vollständigen Übernahme und erwartet nach Aussagen ihres Chefs Andrea Orcel im laufenden Jahr eine Kontrollmehrheit. Nach einem zwischenzeitlichen Dementi über direkte Fusionsgespräche haben beide Seiten nun einen Termin für neue Verhandlungen vereinbart. Aufsichts- und Kartellbehörden werden von Orcel mit der Entscheidung darüber konfrontiert, ob die italienische Großbank - zusätzlich zu dem verstärkten Zustrom aus Deutschland - auch das operative Schweizer Geschäft lukrativ erscheinende Zukäufe tätigen darf.
Spannungen in der Eigentümerstruktur und Regierungsvorbehalte
Gegen das De-facto-Kontrollstreben der UniCredit formiert sich in Frankfurt wie in Berlin weiterhin erklärter Widerstand. Der Bund, der mit gut zwölf Prozent der Papiere nach wie vor zweitgrößter Anteilseigner ist, verweist auf volkswirtschaftliche Bedenken und eine mögliche Verschlechterung der Kreditversorgung für die deutsche Wirtschaft. Bankchefin Orlopp hat jedoch hinsichtlich der Eigenständigkeit mehrfach einen neuralgischen Punkt benannt: Nach der aktuellen Rechts- und Eigentumslage erlaubt ein Zusammenschluss nach deutschem Aktienrecht kaum, grundlegende Sonderinteressen eines traditionellen Instituts durchzusetzen.
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