Deutsche Bischöfe wählen neuen Vorsitzenden in Würzburg
Wichtige Fakten
- • Amtsinhaber Georg Bätzing tritt nicht erneut zur Wiederwahl an.
- • Die Wahl erfolgt in Würzburg mit etwa 60 Bischöfen und Weihbischöfen.
- • Ein Kandidat braucht in ersten Wahlgängen eine Zwei-Drittel-Mehrheit.
- • Udo Markus Bentz gilt als Favorit, weitere Kandidaten sind im Gespräch.
- • Die Wahl entscheidet über den künftigen Reformkurs der Kirche.
Wahlprozess und Bedeutung
Bei der Frühjahrsvollversammlung in Würzburg wählt die Deutsche Bischofskonferenz einen neuen Vorsitzenden, da Amtsinhaber Georg Bätzing nicht erneut antritt. Die Wahl erfolgt in einem geschlossenen Verfahren mit etwa 60 Bischöfen und Weihbischöfen, ähnlich einem Konklave, und gilt als richtungsweisend für den künftigen Kurs der katholischen Kirche in Deutschland. In den ersten beiden Wahlgängen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, danach reicht eine einfache Mehrheit.
Kandidaten und Reformdebatte
Als Favorit gilt der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz, der als vorsichtiger Reformer auftritt und viele gesuchte Kriterien erfüllt, wie Jugend und Leitungserfahrung. Weitere mögliche Kandidaten sind Heiner Wilmer, Stephan Ackermann und Franz-Josef Overbeck, die Rom-Erfahrung mitbringen. Die Wahl spiegelt die Spannungen zwischen Reformbefürwortern und -gegnern wider, wobei das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auf die Umsetzung der Synodalen Wegs-Beschlüsse pocht, während Initiativen wie "Neuer Anfang" eine Überwindung der innerkirchlichen Spaltung fordern.
Erwartungen und Ausblick
Die Bischöfe stehen unter dem Druck, sowohl interne Einheit zu wahren als auch öffentlichkeitswirksam aufzutreten. Bätzings Amtszeit war geprägt von Reformbemühungen und klaren Positionierungen nach außen, etwa gegen Rechtsextremismus. Der neue Vorsitzende muss diese Balance finden und die Kirche in einer polarisierten Landschaft führen. Das Ergebnis der Wahl wird voraussichtlich gegen 11:30 Uhr bekannt gegeben und hat erhebliche Auswirkungen auf die weitere Reformpolitik der deutschen Katholiken.
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