Deutsche Wirtschaft: Institute heben Prognosen an, doch Inflation bleibt Risiko
Wichtige Fakten
- • Ifo, IWH 1,4% Wachstum 2026, IfW/RWI 1,3%.
- • Inflationsrate 2026 bei 3,0% erwartet
- • Iran-Krieg belastet Energiepreise und Verbraucher.
- • Wettbewerbsdruck durch China nimmt zu.
Institute revidieren Prognosen
Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognosen für das laufende Jahr deutlich angehoben. Grund sind überraschend gute Exportdaten und geringere wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Kriegs als zunächst befürchtet. Das ifo Institut und das IWH aus Halle erwarten für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von jeweils 1,4 Prozent. Das IfW aus Kiel und das RWI aus Essen prognostizieren 1,3 Prozent.
Trotz Erholung strukturelle Probleme
Die Institute warnen jedoch vor anhaltenden strukturellen Schwächen. ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser betont, dass die Erholungskräfte konjunkturell die Oberhand gewonnen hätten, aber hohe Energiepreise, Bürokratie und eingeschränkte Wettbewerbsfähigkeit Deutschland weiter belasten. Ähnlich äußert sich RWI-Experte Torsten Schmidt: Die Erholung sei da, doch ohne mehr private Investitionen und Konsum bleibe sie fragil.
Inflationsdruck und Haushaltsdefizit
Alarmierend ist die Inflationsentwicklung: Sie wird 2027 auf 3,0 Prozent steigen und erst 2028 allmählich zurückgehen. Vor allem Energiepreise dürften im Winter erneut anziehen. Das gesamtstaatliche Defizit könnte bis 2028 auf 4,6 Prozent anschwellen. Zudem verstärkt der Wettbewerbsdruck durch chinesische Unternehmen, die zunehmend technologisch stark auftreten, die Herausforderungen.
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.