Dubrovnik kämpft gegen Overtourism: Neue Maßnahmen sollen Lebensqualität retten
Wichtige Fakten
- • Sechs geplante Tourismuszonen werden gestrichen.
- • Maximal 4.000 Kreuzfahrt-Passagiere pro Halbtag erlaubt.
- • Digitale App verteilt Besucher auf weniger bekannte Attraktionen.
- • Bürgermeister Franković erhält Drohungen von Immobilieninteressen.
Wachsende Proteste gegen Massentourismus
Die Bewohnerin Tea Batinić beschreibt den Massentourismus als Tsunami. Seit Jahren beobachtet sie, wie Dubrovniks Altstadt sich verändert. Viele Wohnungen wurden zu Ferienunterkünften umfunktioniert, Schlüsseltresore prägen das Stadtbild. Sie selbst wurde einmal von Touristen gefragt, was sie in ihrem eigenen Haus mache, obwohl sie seit 75 Jahren dort lebt.
Strikte Regeln für neue Projekte und Kreuzfahrtschiffe
Bürgermeister Mato Franković handelt entschlossen: Sechs große Tourismuszonen werden gestrichen, die ursprünglich über 1.000 Wohnungen vorsahen. Zahlreiche Baugrundstücke rund um die Altstadt werden in Grünflächen umgewandelt, wie er dem ARD-Team mitteilt. Kreuzfahrtschiffe dürfen seither nur noch samstags mit maximal 4.000 Passagieren pro Halbtag anlegen; pro Tag sind es höchstens zwei Schiffe.
Digitale Steuerung lenkt Besucherströme um
Digitale Tools wie der Dubrovnik-Pass sollen die Besucher gleichmäßig über die Stadt verteilen. Eine App zeigt Kapazitäten einzelner Sehenswürdigkeiten: Wenn das Kulturhistorische Museum voll ist, werden Ausweichziele wie das Seefahrtsmuseum vorgeschlagen. Tourismus-Forscherin Julijana Antić Brautović betont, entscheidend sei der Flow, nicht ein einzelner Ort.
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