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Politik 20.05.2026, 01:59 Aktualisiert: 20.05.2026, 23:01

Ebola-Ausbruch: Familie von infiziertem US-Arzt in Berlin eingetroffen

US-Arzt Dr. Peter Stafford am 20. Mai in Berliner Charité eingetroffen.

Wichtige Fakten

  • US-Arzt Dr. Peter Stafford am 20. Mai in Berliner Charité eingetroffen.
  • Auch seine Frau und vier Kinder werden in Berlin auf Symptome überwacht.
  • Bundibugyo-Variante hat keinen Impfstoff; WHO warnt vor steigenden Fallzahlen.
  • WHO-Chef Tedros weist Kritik von US-Außenminister Rubio zurück.
  • Über 600 Verdachtsfälle und etwa 139 Todesfälle in DR Kongo gemeldet.

Behandlung des US-Arztes und seiner Familie

Deutschland hat einen mit Ebola infizierten US-amerikanischen Arzt aufgenommen, der in der Berliner Charité behandelt wird. Der Mann, Dr. Peter Stafford, hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo infiziert und wurde per Spezialflugzeug nach Berlin gebracht. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC war Deutschland aufgrund seiner Erfahrung mit Ebola und der kürzeren Flugzeit um die Behandlung gebeten worden. Stafford hatte unwissentlich einen Ebola-Patienten operiert; er war kaum noch in der Lage, selbst zu gehen, berichteten Kollegen. Seine Frau Rebekah, ebenfalls Ärztin, und ihre vier Kinder wurden ebenfalls nach Berlin gebracht und werden auf Symptome überwacht. Die Charité ist mit geschlossenen Sicherheitssystemen ausgestattet, sodass für die Bevölkerung keine Gefahr besteht.

Aktuelle Ebola-Lage und Ausbreitung

Der Ausbruch wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht, für die es keinen Impfstoff gibt. Die WHO warnte am 20. Mai vor einer weiteren Ausbreitung, da die Fallzahlen bereits „wirklich dramatisch“ seien (Ärzte ohne Grenzen). Bisher wurden mehr als 600 Verdachtsfälle und etwa 139 Todesfälle gemeldet, Tendenz steigend. Auch Uganda meldet zwei Fälle. Die WHO sieht ein geringes globales Pandemierisiko, aber eine hohe Bedrohung für die Länder der Region. Hilfsorganisationen machen Kürzungen in der internationalen Entwicklungshilfe mitverantwortlich für die schnelle Ausbreitung. In der Region Ituri, dem Zentrum der Epidemie, sind zudem bewaffnete Gruppen aktiv und das Gesundheitssystem ist schlecht. Die Bundesregierung hält eine „niedrige dreistellige Zahl“ deutscher Staatsbürger in der DR Kongo auf.

Internationale Maßnahmen und Zusammenarbeit

Die USA und die WHO koordinieren die internationale Reaktion. Deutschland stellt Hilfe bereit, darunter 500 Schutzanzüge und Schulungen. Die WHO erklärte den Ausbruch zum Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite, jedoch nicht zu einer Pandemie, da Ebola nicht durch die Luft übertragen wird. WHO-Chef Tedros wies Kritik von US-Außenminister Rubio zurück, der der Organisation eine zu späte Reaktion vorgeworfen hatte. Experten warnen, dass die Eindämmung Monate dauern wird, insbesondere aufgrund mangelnder Ressourcen und der unsicheren Lage in Ituri.

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