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Wirtschaft 10.04.2026, 01:19 Aktualisiert: 10.04.2026, 18:02

Lufthansa-Streik: Flugbegleiter legen Flugverkehr lahm – bis zu 90 Prozent Ausfälle

Seit Mitternacht streiken Lufthansa-Flugbegleiter bis 22 Uhr, organisiert von UFO.

Wichtige Fakten

  • Seit Mitternacht streiken Lufthansa-Flugbegleiter bis 22 Uhr, organisiert von UFO.
  • Allein in Frankfurt fallen 580 von 1350 Flügen aus, bundesweit über 500.
  • Rund 90.000 bis 100.000 Passagiere sind betroffen, etwa ein Drittel wurde umgebucht.
  • UFO wirft Lufthansa vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben.
  • Lufthansa-Vorstand Niggemann bezeichnet den Streik als 'verantwortungslos' und kritisiert UFO.

Streik legt Flugverkehr lahm

Seit Mitternacht streiken die Flugbegleiter der Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft Cityline, was zu Hunderten gestrichenen Flügen an deutschen Flughäfen führt. Der Streik, der von der Gewerkschaft UFO organisiert wird, dauert bis 22 Uhr und betrifft Abflüge von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München sowie von neun weiteren deutschen Flughäfen, darunter Hamburg und Berlin. Laut UFO-Verhandlungsführer Harry Jaeger ist die Streikbeteiligung "gigantisch", mit etwa 90 Prozent Ausfällen bei den betroffenen Airlines.

Massive Auswirkungen auf Passagiere

Allein am Flughafen Frankfurt wurden etwa 580 von geplanten 1350 Flügen annulliert, was etwa 72.000 Passagiere betrifft. Bundesweit fallen über 500 Lufthansa-Flüge aus, mit insgesamt 90.000 bis 100.000 betroffenen Reisenden. Etwa ein Drittel der Passagiere konnte auf andere Maschinen umgebucht werden, doch Rückflüge aus dem Ausland verzögern sich voraussichtlich bis in die kommenden Tage. In München wurden von 940 geplanten Flugbewegungen gut 400 gestrichen.

Maßnahmen und Konfliktgründe

Lufthansa setzt zusätzliche Flüge von Tochtergesellschaften ein und will größere Flugzeuge nutzen, um die Folgen zu mildern. UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger kritisiert die Airline dafür, kein verhandlungsfähiges Angebot in den Tarifverhandlungen zum Manteltarif vorgelegt zu haben, was etwa 800 Existenzen betrifft. Lufthansa-Vorstandsmitglied Michael Niggemann bezeichnet den Streik hingegen als "verantwortungslos" und wirft UFO vor, schnell eskaliert zu haben, anstatt auf ernsthafte Verhandlungen einzugehen.

Informationen für Reisende

Lufthansa rät Passagieren, sich vor der Abreise auf der Website über ihren Flugstatus zu informieren und Kontaktinformationen aktuell zu halten. Betroffene können ihre Tickets umbuchen oder erstatten lassen und haben bei Verspätungen über drei Stunden Anspruch auf Entschädigungen, alternativen Transport, Verpflegung und Unterkunft. Die Airline geht davon aus, dass am Samstag weitgehend das komplette Flugprogramm angeboten werden kann, jedoch mit vereinzelten Flugstreichungen und Verspätungen.

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