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Gesellschaft 13.05.2026, 04:00 Aktualisiert: 13.05.2026, 08:05

Heimlich gefilmt mit Smart Glasses: Gesetzeslücke und wachsende Besorgnis

85% der Deutschen sehen heimliche Filmaufnahmen als großes Problem.

Wichtige Fakten

  • 85% der Deutschen sehen heimliche Filmaufnahmen als großes Problem.
  • Meta Ray-Ban Smart Glasses wurden 2025 weltweit 7 Millionen Mal verkauft.
  • Heimliches Filmen in der Öffentlichkeit ist meist nicht strafbar.
  • Influencer manipulieren das Aufnahmelicht der Brillen.
  • Meta plant Integration von Gesichtserkennung.

Heimliches Filmen mit Smart Glasses: Ein wachsendes Problem

Immer mehr Frauen werden in privaten oder intimen Situationen heimlich mit Smart Glasses gefilmt, wie eine Recherche des SWR zeigt. Die Brillen von Meta und Ray-Ban sehen aus wie normale Brillen, können aber unauffällig Videos aufnehmen. Betroffene wie Zeina und Svenja berichten, dass ihre Gespräche gefilmt und auf TikTok verbreitet wurden, ohne ihr Wissen. Oft sammeln sich unter den Videos demütigende Kommentare.

Rechtliche Grauzone und mangelnder Schutz

Eine repräsentative Umfrage von infratest.dimap im Auftrag des SWR ergab, dass 85 Prozent der Deutschen heimliche Filmaufnahmen für ein großes gesellschaftliches Problem halten, bei Frauen sind es sogar fast 90 Prozent. Dennoch ist das heimliche Filmen in der Öffentlichkeit meist nicht strafbar, da nur besonders geschützte Bereiche wie Umkleiden unter das Strafrecht fallen. Experten wie die Kölner Rechtsprofessorin Indra Spiecker kritisieren eine Gesetzeslücke und bemängeln, dass das neue Gesetz gegen digitale Gewalt zu speziell sei.

Internationale Perspektive und Reaktion der Hersteller

Auch international berichtet die BBC über ähnliche Vorfälle. Die Hersteller Meta verweisen auf die Eigenverantwortung der Nutzer und geben Tipps wie, Menschen nicht gegen ihren Willen zu filmen. Nutzer auf Social-Media-Plattformen geben jedoch Anleitungen, wie man das Aufnahmelicht der Brille verdecken kann. Meta hat gegen solche Anleitungen rechtliche Schritte eingeleitet. Angesichts der erwarteten Verkaufszahlen von bis zu 100 Millionen Brillen in den nächsten Jahren warnen Experten vor gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen.

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