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Wirtschaft 28.05.2026, 08:01 Aktualisiert: 28.05.2026, 23:03

Hitzewellen kosten deutsche Wirtschaft Milliarden

Hitze verursacht bis 2030 Verluste von 112,5 Mrd. Euro in Deutschland.

Wichtige Fakten

  • Hitze verursacht bis 2030 Verluste von 112,5 Mrd. Euro in Deutschland.
  • Produktivität sinkt pro Grad über 30°C um drei Prozent.
  • Energiekosten steigen pro Grad um 1,2 Prozent durch Kühlung.
  • WMO prognostiziert 86% Wahrscheinlichkeit für neues Rekordjahr bis 2030.
  • Europa historisch auf Kälte ausgelegt, Hitzeschutz mangelhaft.

Milliardenschäden durch Hitze

Der Kreditversicherer Allianz Trade warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Verlusten für Deutschland durch extreme Hitzewellen. Bis 2030 könnten Kosten in Höhe von rund 112,5 Milliarden Euro entstehen, wenn sich die Hitzewellen des vergangenen Jahrzehnts wiederholen. Das berichtet die Tagesschau.

Doppelte Belastung für Unternehmen

Allianz Trade spricht von einer doppelten Belastung: Bei Temperaturen über 30 Grad sinkt die Produktivität um drei Prozent pro zusätzlichem Grad, während die Energiekosten um 1,2 Prozent pro Grad steigen, da mehr gekühlt werden muss. Laut Senior-Klimaökonom Hazem Krichene könnten dem Bruttoinlandsprodukt bis 2030 Einbußen von bis zu drei Prozent drohen. Deutschland liegt im europäischen Mittelfeld, besser als südeuropäische Länder wie Spanien, aber schlechter als kühlere nordeuropäische Staaten.

Kritische Schwelle bei 30 Grad

Die ökonomischen Effekte kippen ab einer kritischen Schwelle von 30 Grad ins Negative. Europa sei historisch auf Kälte ausgelegt und auf Hitze schlecht vorbereitet, so Krichene. Während in den USA 90 Prozent der Haushalte klimatisiert sind, liegt die Quote in Europa bei nur 19 Prozent. Zudem speichern viele Gebäude Wärme, statt sie abzuleiten.

Zunehmender Anpassungsdruck

Die Warnung fällt in eine Zeit steigender Temperaturen: 2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Weltwetterorganisation WMO rechnet mit 86 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass eines der Jahre 2026 bis 2030 noch heißer wird. Bereits 2027 könnte ein Rekordjahr folgen, da für Ende 2026 ein El Niño vorhergesagt wird. Für Unternehmen und Politik wächst der Anpassungsdruck, insbesondere bei Infrastruktur und Klimaschutz.

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