Teilen:
Wirtschaft 12.04.2026, 15:53 Aktualisiert: 12.04.2026, 23:06

Iran-Konflikt treibt Nachfrage nach Elektroautos in Europa

Online-Marktplätze verzeichnen bis zu 160% mehr E-Auto-Anfragen seit Kriegsbeginn.

Wichtige Fakten

  • Online-Marktplätze verzeichnen bis zu 160% mehr E-Auto-Anfragen seit Kriegsbeginn.
  • Mobile.de meldet über 50% Anstieg der E-Auto-Anfragen im März gegenüber Februar.
  • In Deutschland kostete Diesel zeitweise 2,50€ pro Liter und trieb den Umstieg an.
  • Batterieelektrische Neuzulassungen stiegen im März um 24,2% gegenüber Vorjahr.
  • Experten erwarten eine dauerhaft höhere Nachfrage nach der aktuellen Preisspitze.

Nachfrageboom bei Elektroautos

Seit Beginn des Iran-Konflikts im Februar und der daraus resultierenden Verknappung von Öl durch die Sperrung der Straße von Hormus sind die Spritpreise in Europa stark gestiegen. Dies hat zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Elektroautos geführt, wie mehrere große Online-Automarktplätze berichten. In Deutschland verzeichnete Mobile.de im März über 50% mehr Anfragen zu Elektrofahrzeugen im Vergleich zum Vormonat, während die Nachfrage nach Benzin- und Dieselautos sank.

Europäischer Trend

Der Trend zeigt sich in ganz Europa: Carwow meldete in UK, Spanien und Deutschland Steigerungen von 20-30%, in Frankreich stiegen die Suchanfragen bei La Centrale sogar um 160%. Die Neuzulassungen batterieelektrischer Autos erreichten im März mit über 86.000 Fahrzeugen einen Rekordwert, was einem Plus von 24,2% gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Als Katalysator wirken die hohen Kraftstoffkosten – in Deutschland kostete Diesel zeitweise 2,50€ pro Liter – sowie staatliche Subventionen wie die 6.000€-Förderung in Berlin.

Langfristige Auswirkungen

Experten diskutieren, ob der aktuelle Nachfrageschub nachhaltig ist. Während frühere Spritpreisspitzen keine dauerhafte Verlagerung brachten, könnte die aktuelle Krise das Bewusstsein für Gesamtbetriebskosten schärfen. Mobile.de-Chef Ajay Bhatia erwartet, dass die Nachfrage auf ein "neues, höheres Normal" einpendeln wird, unterstützt durch verbesserte Ladeinfrastruktur und sinkende E-Auto-Preise. La Centrale sieht Verbraucher durch die Krise "gezeichnet", aber auch bereit, höhere Anschaffungskosten für langfristig günstigere Betriebskosten in Kauf zu nehmen.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.