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Wirtschaft 20.05.2026, 13:39 Aktualisiert: 20.05.2026, 18:02

Iran-Krieg treibt Inflation in der Eurozone: Preisdruck bleibt hoch

Stimmung:
Iran-Krieg treibt Öl- und Gaspreise seit Ende Februar 2026.

Wichtige Fakten

  • Iran-Krieg treibt Öl- und Gaspreise seit Ende Februar 2026.
  • Eurostat meldet für April 3,0% Inflation in der Eurozone.
  • EZB-Leitzinserhöhung auf 2,25% im Juni erwartet.
  • Deutsche Erzeugerpreise stiegen im April um 1,7%.
  • Wirtschaftsforschungsinstitute senken Wachstumsprognose für Deutschland.

Dauerhafter Preisdruck durch Iran-Krieg

Das deutlich gestiegene Preisniveau in der Eurozone dürfte Experten zufolge länger bestehen als erhofft. Seit Ende Februar 2026 treiben der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus vor allem die Öl- und Gaspreise nach oben. Die anfänglich erhoffte schnelle Beilegung des Konflikts blieb aus. Laut Eurostat erreichte die Inflation in der Eurozone im April 3,0 Prozent. In Deutschland lag sie bei 2,9 Prozent – weit entfernt vom Ziel der Notenbanken von 2,0 Prozent.

Breite Teuerungswelle erwartet

Chefvolkswirt Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel rechnet in den kommenden Monaten mit Inflationsraten zwischen drei und vier Prozent oder sogar höher. Steigende Energiepreise verteuern die Produktion: Die deutschen Erzeugerpreise stiegen im April um 1,7 Prozent. Experten erwarten, dass die höheren Kosten auf viele Bereiche durchschlagen, darunter Lebensmittel, Wohnnebenkosten und Dienstleistungen wie Reisen oder Restaurantbesuche. Auch höhere Lohnforderungen der Gewerkschaften – etwa ver.di mit Forderungen von 6,6 bis 8 Prozent – könnten den Preisdruck verstärken.

EZB reagiert mit Zinserhöhung

Die Europäische Zentralbank dürfte im Kampf gegen die Inflation handeln: Marktteilnehmer rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 89 Prozent, dass die EZB die Leitzinsen Mitte Juni um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent anhebt. Höhere Zinsen bremsen die Nachfrage und können die Inflation dämpfen, belasten aber das Wirtschaftswachstum, das bereits unter der Unsicherheit des Iran-Konflikts leidet. Führende Institute und die Bundesregierung haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Eine Entspannung der Lage sei erst bei einer Lösung des Konflikts in Sicht.

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