Iranischer Milizkommandant in den USA festgenommen: Verdacht auf Terroranschläge in Europa und Kanada
Wichtige Fakten
- • 32-jähriger Iraker in New York angeklagt wegen 18 Anschlägen in sechs Ländern.
- • Aktionen umfassten Brandanschläge auf Banken und Angriffe auf jüdische Ziele.
- • Verbindung zu Irans Revolutionsgarden und der Quds-Truppe wird vermutet.
- • Al-Saadi soll auch Bekennerposts auf Snapchat und Telegram verbreitet haben.
- • Er sitzt in Isolationshaft in Brooklyn, Anklage besteht aus vier Punkten.
Festnahme eines mutmaßlichen Terrornetzwerkers
Die US-Behörden haben den irakischen Kommandanten Mohammad Baqer Saad Dawood al-Saadi festgenommen, der im Verdacht steht, für 18 terroristische Angriffe in Großbritannien, Europa und Kanada verantwortlich zu sein. Laut einer am Freitag in New York veröffentlichten Anklageschrift soll al-Saadi eine Welle von Brandanschlägen auf Banken in Frankreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden, einen Brandanschlag auf eine Synagoge sowie einen Schusswaffenangriff auf das US-Konsulat in Toronto im März organisiert haben. Auch für Messerangriffe auf zwei jüdische Männer im Norden Londons im April soll er verantwortlich sein.
Verbindungen zu Irans Revolutionsgarden
Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit den iranischen Revolutionsgarden, insbesondere der Quds-Truppe, die für verdeckte Operationen im Ausland zuständig ist. Al-Saadi nutzte offenbar Gruppen in sozialen Medien und kriminelle Netzwerke zur Rekrutierung von Tätern. Er bot einem FBI-Informanten 10.000 US-Dollar für Anschläge auf eine Synagoge und jüdische Gemeindezentren an. Die Bekenner wurden regelmäßig durch die bislang unbekannte Gruppierung Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia verbreitet.
Keine Reaktion aus Teheran
Die iranische Regierung hat bislang nicht auf die Festnahme reagiert. Al-Saadi, der sich durch seinen Anwalt als politischer Gefangener bezeichnete, blieb bei seinem ersten Gerichtstermin stumm. Er soll in Brooklyn in Isolationshaft bleiben, kann aber ein Haftentlassungsgesuch stellen.
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