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Gesellschaft 21.04.2026, 18:51 Aktualisiert: 21.04.2026, 23:06

Kardinal Marx erlaubt offizielle Segnung homosexueller Paare in München-Freising

Kardinal Reinhard Marx erlaubt offiziell Segnungen homosexueller Paare im Erzbistum München-Freising.

Wichtige Fakten

  • Kardinal Reinhard Marx erlaubt offiziell Segnungen homosexueller Paare im Erzbistum München-Freising.
  • Die Entscheidung basiert auf einer Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK.
  • Segnungen sind bereits in Bistümern wie Limburg, Trier und Rottenburg-Stuttgart möglich.
  • Konservative Bischöfe in Köln, Regensburg und Passau lehnen die Praxis ab.
  • Die Umsetzung hängt von der Zustimmung des jeweiligen Ortsbischofs ab.

Segnungen für homosexuelle Paare

Kardinal Reinhard Marx hat als erster Kardinal in Deutschland offiziell die Segnung homosexueller Paare für das Erzbistum München und Freising zugelassen. In einem Schreiben an Seelsorger empfiehlt er eine Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) als Grundlage, womit Segnungen aus einer kirchenrechtlichen Grauzone in den offiziellen pastoralen Rahmen rücken. Voraussetzung ist die Umsetzung durch den jeweiligen Ortsbischof, was zu unterschiedlichen Praktiken in deutschen Bistümern führt.

Regionale Unterschiede und Reaktionen

Während Bistümer wie Limburg, Trier und Rottenburg-Stuttgart die Segnungen bereits ermöglichen, lehnen konservative Bischöfe in Köln, Regensburg und Passau sie ab. Die Entscheidung von Marx wird von progressiven Katholiken als Fortschritt begrüßt, während konservative Kreise sie als Provokation gegen den Vatikan kritisieren. Der offen schwule Priester Wolfgang Rothe sieht darin einen "epochalen Fortschritt", betont aber, dass die Diskriminierung queerer Menschen in der Kirche damit nicht vollständig beseitigt ist.

Hintergründe und Zukunftsperspektive

Die Handreichung von DBK und ZdK, die Anerkennung und Begleitung für Paare in Liebesbeziehungen vorsieht, wurde vor einem Jahr verabschiedet. Viele Bischöfe zögern mit der Umsetzung, möglicherweise in Erwartung einer Positionierung von Papst Leo XIV. zur Sexualmoral. Die Segnungen sind von der kirchlichen Ehe, die allein für Mann und Frau reserviert bleibt, weiterhin getrennt, ermöglichen aber eine stärkere pastorale Einbindung.

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