Kew Gardens: Palmenhaus wird renoviert, Pflanzen werden umgesiedelt
Wichtige Fakten
- • 16.000 Glasscheiben des Palmenhauses sind beschädigt.
- • Rund 1.000 Pflanzen müssen umgesetzt oder ersetzt werden.
- • Riesige Palmen können nicht transportiert werden und werden gefällt.
- • Eine bedrohte Palmart wurde auf den Komoren wiederentdeckt.
- • Die Renovierung soll rund 50 Jahre dauern.
Renovierung des viktorianischen Palmenhauses
Die Royal Botanic Gardens in Kew, London, stehen vor einer Mammutaufgabe: Das historische Palmenhaus, ein Meisterwerk viktorianischer Architektur, muss dringend renoviert werden. Die eiserne Struktur ist verrostet, die 16.000 Glasscheiben sind verzogen und beschädigt, sodaß die sensiblen, tropischen Bedingungen für die seltenen Pflanzen nicht mehr optimal gewährleistet werden können. Die Arbeiten sind für 2027 geplant, sofern die benötigten Mittel aufgebracht werden können.
Umsiedlung und Fällung von Pflanzen
Bevor die Renovierung beginnt, müssen die etwa 1.000 Pflanzen im Palmenhaus umgesiedelt werden. Einige der prächtigen Palmen, deren Wedel bis zum Glasdach reichen, sind jedoch zu groß und müssen gefällt werden. Diese Entscheidung fällt den Gärtnern sichtlich schwer. Palmenhaus-Manager Will Spoelstra erklärt, daß es traurige Momente geben wird, wenn einige der „wirklich großartigen Exemplare“ verloren gehen. Ein Teil der Pflanzen wurde bereits in das tropische Gewächshaus hinter den Kulissen gebracht, wo sie sich an die neuen Bedingungen gewöhnen können, bevor sie nach der Renovierung zurückkehren.
Artenschutz und wissenschaftliche Fortschritte
Die Notwendigkeit, Pflanzen zu verpflanzen und zu vermehren, bietet der Wissenschaft jedoch auch neue Chancen. Beispielsweise konnte die vom Aussterben bedrohte Palmenart Ravenea Moorei, von der man ursprünglich annahm, sie existiere nur als männliches Exemplar in Kew, wieder in freier Wildbahn auf den Komoren entdeckt werden. Mit den dort gewonnenen Daten und Samen können inzwischen zehn junge Pflanzen in der Aufzuchtstation herangezogen werden. Ähnlich verhält es sich mit dem ständig blühenden Ramosmania rodriguesii, dessen eine ursprüngliche Pflanze inzwischen zahlreiche Nachkommen in der Obhut von Kew hat, die bereits in ihre ursprüngliche Heimat auf Mauritius zurückgebracht wurden.
Zukunft der Pflanzen
Das Team gibt sich außerdem große Mühe, Jungpflanzen für die zukünftige Bepflanzung des Palmenhauses heranzuziehen. Während die Renovierung voraussichtlich etwa 50 Jahre dauern wird, sollen die aufwändig vermehrten Pflanzen über Jahrzehnte hinweg im Kelch der Pracht des Hauses erblühen und möglicherweise sogar in andere Teile der Welt transportiert werden. Insgesamt herrscht Aufbruchsstimmung: Die Gärtner sehen großes Potenzial, bedrohte Arten zu schützen und durch Kooperationen mit internationalen Partnern zu stabilisieren.
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