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Wirtschaft 02.03.2026, 04:54 Aktualisiert: 02.03.2026, 06:01

KI-Boom verunsichert Anleger: Softwareaktien unter Druck

Softwareaktien wie SAP und Salesforce verlieren massiv an Wert, trotz Rekordergebnissen.

Wichtige Fakten

  • Softwareaktien wie SAP und Salesforce verlieren massiv an Wert, trotz Rekordergebnissen.
  • Anleger fürchten, dass KI klassische Softwaremodelle disruptiv überflüssig machen könnte.
  • Experten mahnen zur Differenzierung: KI könnte Unternehmen auch Kosten einsparen helfen.
  • Die Stimmung an den Börsen ist emotional geprägt, Fundamentaldaten werden oft ausgeblendet.
  • Jobverluste durch KI werden prognostiziert, doch Studien und Experten widersprechen teilweise.

Zusammenfassung

Der KI-Boom verursacht an den Börsen erhebliche Verunsicherung, insbesondere bei Softwareunternehmen. Trotz guter Geschäftszahlen und Milliardengewinnen von Unternehmen wie Nvidia erleben Aktien von Firmen wie SAP, Salesforce, Oracle, Adobe und IBM drastische Kursverluste. Anleger fürchten, dass Künstliche Intelligenz etablierte Softwaremodelle disruptiv überflüssig machen könnte, ähnlich wie beim Aufkommen des Internets. Beispielsweise fiel die Salesforce-Aktie trotz eines Rekordergebnisses und eines angekündigten Aktienrückkaufs von 50 Milliarden Dollar um fast fünf Prozent, was einen anhaltenden Ausverkauf widerspiegelt.

Expertenmeinungen

Experten wie Stefan Riße von Arcades und Jochen Stanzl von der Consorsbank betonen jedoch, dass die Skepsis der Anleger übertrieben sei. Sie argumentieren, dass KI nicht einfach Software wie SAP ersetzen kann, sondern im Gegenteil Kosten durch Automatisierung von Programmierarbeiten einsparen könnte. Riße spricht von einer "Sippenhaft", bei der Anleger keine Differenzierung zwischen einzelnen Unternehmen mehr vornehmen. Stanzl sieht die aktuelle emotionale Reaktion als vorübergehend an und erwartet eine baldige Normalisierung, da es keine faktischen Anzeichen für eine Disruption durch KI gibt.

Weitere Aspekte

Neben den Börsenängsten werden auch düstere Szenarien zu Jobverlusten durch KI diskutiert, etwa von US-Unternehmer Matt Shumer, der vor allem Bürojobs als gefährdet sieht. Allerdings widersprechen Studien und andere Experten diesen Prognosen. Insgesamt setzt sich eine differenziertere Diskussion über die Rolle von KI durch, wobei die anfänglichen Jubelorgien beendet sind. Auch Unternehmen wie Siemens spüren die Ängste, obwohl sie gute Zahlen vorweisen können. Die Situation erinnert an die Dotcom-Blase, bei der nicht alle Internetfirmen langfristig erfolgreich waren.

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