KI lernt Bayerisch: Forschungsprojekt will Dialekte verständlich machen
Wichtige Fakten
- • Forschungsprojekt sammelt Dialektproben in Mittenwald, Bayern.
- • KI-Spracherkennung scheitert oft an bairischen Dialekten.
- • Projekt vom Landesverein für Heimatpflege und LMU München.
- • Ziel: KI-Training, um Dialekte im Alltag zu verstehen.
- • Ähnliche Projekte existieren in der Schweiz und Südtirol.
Hintergrund des Projekts
Künstliche Intelligenz (KI) stößt bei der Spracherkennung oft an ihre Grenzen, wenn es um Dialekte geht. Ein Forschungsprojekt in Bayern will das ändern, indem es KI mit bairischen Dialektproben trainiert. Andreas Brandner aus Mittenwald, der mit seinen Feriengästen konsequent Dialekt spricht, erlebte einmal, wie sein Sprachstil Google Maps dazu brachte, ihn nach Australien zu lotsen statt ans Ziel zu führen.
Ziele und Methodik
Der Informatiker und Linguist Martin Bär sammelt für den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege derzeit Sprachproben unter anderem in Mittenwald. Die Audiodateien werden zusammen mit hochdeutschen Übersetzungen in die KI eingespeist. Ziel ist es, herauszufinden, wie viele Daten nötig sind, um die vielen Varianten des Bairischen – von Wortwahl bis Grammatik – zu erfassen. Dadurch soll jeder die Möglichkeit erhalten, in seiner Muttersprache mit KI zu kommunizieren – auch als Akt der Fairness.
Potential und Forschung
Das Projekt wird auch von der Ludwig-Maximilians-Universität München unterstützt. KI-Professorin Barbara Plank sieht vielfältige Einsatzmöglichkeiten, etwa im Gesundheitswesen oder bei Navigationsgeräten. Vergleichbare Projekte gibt es bereits in der Schweiz, Südtirol und Großbritannien. Plank erklärt, dass KI wegen überwiegend hochdeutscher Trainingsdaten und der ortsabhängigen Dialektvarianten große Schwierigkeiten hat. Die Forschenden erhoffen sich weitere Fördermittel, um aus verschiedenen Regionen Sprechproben zu sammeln. Die erhoffte Anwendung könnte in Zukunft auch bei Verständigungsproblemen wie im Alltag von Dialektsprechern helfen.
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