Kidfluencer: Wenn die Kindheit zur öffentlichen Show wird
Wichtige Fakten
- • Kidfluencer-Kanäle zeigen intimste Alltagsmomente von Minderjährigen öffentlich.
- • Eine Petition für Kinderrechte in Sozialen Medien sammelte 50.000 Unterschriften.
- • Ab 10.000 Followern kann ein Post bis zu 1.000 Euro einbringen.
- • In Deutschland verstoßen viele Aufnahmen gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz.
- • Kinderrechtsaktivistin Sara Flieder warnt vor sexualisierten Darstellungen und Pädophilen-Szene.
Ausbeutung im Netz
Kidfluencer-Kanäle in Sozialen Medien zeigen intime Alltagsmomente von Minderjährigen, von Geburt bis Pubertät, und werden oft von den Eltern als lukratives Geschäft betrieben. Kinder, die zu jung sind, um die Tragweite dieser Veröffentlichungen zu verstehen, haben kaum geschützte Persönlichkeitsrechte, da Soziale Medien eine Grauzone der Kinder-Vermarktung darstellen. Ab 10.000 Followern kann ein einzelner Post bis zu 1.000 Euro einbringen, was Eltern dazu verleiten kann, wirtschaftliche Interessen über Kinderrechte zu stellen.
Kampf für Kinderrechte
Die Kinderrechtsaktivistin Sara Flieder aus Hamburg engagiert sich seit Jahren gegen die Ausbeutung von Kidfluencern und startete 2022 eine Petition, die über 50.000 Unterschriften sammelte. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderhilfswerk wurde ein Gutachten initiiert, das erstmals juristisch von Kindeswohlgefährdung spricht. Ende 2025 wurden Petition und Gutachten der Kinderkommission des Bundestages überreicht, was Hoffnung auf gesetzlichen Schutz gibt.
Risiken und Missbrauch
Aufnahmen von Kidfluencern verstoßen in Deutschland oft gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, da Kinderarbeit grundsätzlich verboten ist. Zudem werden scheinbar harmlose Videos von der Pädophilen-Szene konsumiert und im Darknet sexualisiert. Flieder kritisiert, dass Eltern private Sorgen und Nöte der Kinder teilen, was zu Mobbing und langfristigen Schäden führen kann. Um das Geschäftsmodell nicht zu fördern, rät sie, nicht zu folgen, liken oder kommentieren.
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