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International 31.03.2026, 05:41 Aktualisiert: 31.03.2026, 18:14

Iran-Krieg treibt Bauzinsen in Deutschland in die Höhe

Bauzinsen sind seit Kriegsbeginn um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Wichtige Fakten

  • Bauzinsen sind seit Kriegsbeginn um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte gestiegen.
  • Der Krieg verursacht höhere Energiekosten und treibt Inflation sowie Anleiherenditen.
  • Zehnjährige Bundesanleihen erreichten mit über 3% den höchsten Stand seit 15 Jahren.
  • Mehrere Banken haben ihre Konditionen für Immobilienkredite bereits nach oben angepasst.

Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die deutsche Wirtschaft

Der anhaltende Iran-Krieg hat nicht nur militärische und völkerrechtliche Konsequenzen, sondern beeinflusst zunehmend auch die deutsche Wirtschaft, insbesondere den Immobilienmarkt. Laut der Tagesschau sind die Bauzinsen für Hausbau und Wohnungskauf seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen, was auf die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts zurückzuführen ist.

Steigende Bauzinsen und ihre Ursachen

Die Bauzinsen sind um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte teurer geworden, wie Max Herbst von der Frankfurter Finanzberatung FMH berichtet. Dieser Anstieg hängt mit den Renditen am Anleihemarkt zusammen: Wegen der wachsenden Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Iran-Kriegs sind die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen auf über drei Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit 15 Jahren. Jörg Utecht von Interhyp erklärt, dass der Konflikt massive Energiekosten-Risiken mit sich bringt und in Erwartung höherer Inflation Investoren höhere Renditen fordern, was die Refinanzierung für Banken und damit die Zinsen für Immobilienkredite verteuert.

Konsequenzen für Immobilienkäufer

In der Folge haben mehrere Banken ihre Konditionen nach oben angepasst. Die Zinsen für zwanzigjährige Immobilienkredite liegen im Schnitt bei 4 Prozent, bei zehnjähriger Zinsbindung bei 3,8 Prozent – vor Kriegsbeginn lagen diese noch bei 3,6 Prozent. Bei einer durchschnittlichen Kreditsumme von 340.000 Euro bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von rund 600 Euro. Experten fürchten, dass die Bauzinsen weiter ansteigen könnten, wenn auch nicht so stark wie während des Ukraine-Kriegs.

Empfehlungen für Kaufinteressierte

Angesichts dieser Entwicklung raten Experten wie Jörg Utecht Kaufinteressierten zum schnellen Handeln: Wer seine Traumimmobilie gefunden hat, sollte nicht auf sinkende Zinsen spekulieren, sondern Angebote intensiv vergleichen, da die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Angebot bei zehnjährigen Darlehen derzeit bei 1,55 Prozentpunkten liegt. Dies könnte zu Kosteneinsparungen im fünfstelligen Bereich führen. Branchenkenner erwarten, dass der moderate Anstieg der Bauzinsen viele dazu veranlassen wird, ihre Haus-Projekte zu überdenken oder sogar auf Eis zu legen.

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