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International 28.07.2026, 05:01 Aktualisiert: 28.07.2026, 06:01

Krieg gegen Drogenbanden: Ecuadors Polizei kämpft gegen Korruption und Gewalt

Ecuador verzeichnete 2023 über 9.200 Mordopfer und damit eine der höchsten Raten weltweit.

Wichtige Fakten

  • Ecuador verzeichnete 2023 über 9.200 Mordopfer und damit eine der höchsten Raten weltweit.
  • 70 % des US- und Europa-Kokains wird laut Präsident Noboa über Ecuador geschmuggelt.
  • Polizeikapitän Bustamante verlor drei Freunde im Bandenkrieg, kämpft aber weiter.
  • Ein Gangchef gibt an, vier Polizisten mit bis zu 2.000 Dollar pro Monat zu bezahlen.
  • Kinder werden ab 12 Jahren rekrutiert und mit 15 zu Auftragskillern gemacht.

Hintergrund und Lage

Ecuador, einst ein friedliches Touristenziel, ist innerhalb eines Jahrzehnts zu einem der gefährlichsten Länder Amerikas geworden. Über 70 % des in die USA und nach Europa verschifften Kokains werden aus Ecuador geschmuggelt, angetrieben durch die Nähe zu den produzierenden Nachbarn Kolumbien und Peru. Heimatlich gewachsene Banden, die mit mexikanischen Kartellen und albanischen Mafia-Gruppen zusammenarbeiten, nutzen die schwachen Grenzen, unterfinanzierten Sicherheitskräfte und die lange Pazifikküste. Allein 2023 töteten Banden über 9.200 Menschen, was zu den höchsten Mordraten weltweit zählt.

Polizeieinsatz in Durán

Die BBC begleitete Polizeikapitän Jean Carlos Bustamante und sein Team in Durán, einem Bandenhochburg kontrolliert von „Los Aguilas“. Bei Razzien beschlagnahmte die Polizei Waffen und Drogen, doch die Erfolge bleiben klein. Bustamante gesteht, dass korrupte Beamte und Politiker auf der Gehaltsliste der Banden stehen. Sein Team sei die einzige vertrauenswürdige Einheit; drei seiner Freunde fielen im Kampf gegen die Gangs. Die Bevölkerung redet aus Angst nicht über kriminelle Aktivitäten, da jeder Hinweis Tod bedeuten kann.

Korruption im Justizsystem

Selbst wenn die Polizei Festnahmen erzielt, werden die Täter oft schnell wieder freigelassen. Oberst Santiago Gavilanes beklagt durch Korruption gekaufte „Gesetze, Richter und Politiker“. Ein Polizist berichtete von einem Bestechungsangebot, das dem „Ruhestandsgehalt“ entsprach, das er jedoch ablehnte. Die Gang-Anführer genießen Straffreiheit und bewegen sich offen mit Waffen durch die Straßen.

Konsequenzen für die Zivilbevölkerung

Die Gewalt prägt das Alltagsleben: Abendliche Sperrzeiten, allgegenwärtige Angst und eine Normalisierung des Todes. Ein Einwohner erklärte, „Kriminelle sind wie Geister, sie tauchen auf, wann sie wollen.“ Viele Jugendliche werden bereits ab 12 Jahren rekrutiert, mit 15 sind sie Auftragskiller. Eltern befürchten um ihre Kinder; einige suchen den Ausweg durch den Gang-Eintritt, um Tische zu füllen.

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