Masernausbruch in Bangladesch: Notimpfkampagne nach über 100 Toten
Wichtige Fakten
- • Über 100 Tote, meist Kinder, durch Masernausbruch seit März.
- • Mehr als 7.500 Verdachtsfälle, davon über 900 bestätigt.
- • Notimpfkampagne zielt auf 1,2 Millionen Kinder in 30 Bezirken.
- • Seit 2020 keine Sonderimpfkampagne wegen Covid und politischer Lage.
- • Ein Drittel der Infizierten unter neun Monaten, nicht impfberechtigt.
Ausbruch und Notmaßnahmen
Bangladesch hat eine Notimpfkampagne gegen Masern gestartet, nachdem ein sich schnell ausbreitender Ausbruch vermutlich über 100 Menschen, überwiegend Kinder, getötet hat. Seit dem 15. März wurden mehr als 7.500 Verdachtsfälle gemeldet, davon über 900 bestätigt – ein starker Anstieg im Vergleich zu 125 Fällen im gesamten Jahr 2025. Die Kampagne, die am Sonntag begann, zielt darauf ab, mehr als 1,2 Millionen Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren in 30 Bezirken zu impfen, mit Schwerpunkt auf Dhaka und den Rohingya-Flüchtlingslagern in Cox's Bazar.
Ursachen und Hintergründe
Der Ausbruch hat Lücken im Impfprogramm des Landes offengelegt, obwohl Bangladesch routinemäßig Kinder ab neun Monaten impft. Etwa ein Drittel der Infizierten ist jünger als neun Monate und damit nicht für Routineimpfungen berechtigt. Seit 2020 fanden keine Sonderimpfkampagnen statt, zunächst aufgrund von Covid-19, später wegen politischer Unruhen nach dem Sturz von Langzeitführerin Sheikh Hasina im Jahr 2024. UNICEF betont, dass selbst kleine Unterbrechungen zu akkumulierten Immunitätslücken führen können.
Globale Bedeutung
Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die schwere Komplikationen und Tod verursachen kann. Weltweit gab es 2024 schätzungsweise 95.000 Todesfälle durch Masern, meist bei Kindern unter fünf Jahren. Die WHO warnt vor einem Wiederaufflammen in Teilen der Welt, da die Impfraten sinken; 2024 und 2025 verzeichnete die Welt die höchste Zahl an Masernausbrüchen seit über 20 Jahren.
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