Nato will Luftverteidigung für Ukraine verstärken – Interceptor-Mangel bleibt kritisch
Wichtige Fakten
- • Ukraine fing keine der 24 russischen ballistischen Raketen ab.
- • Nato will Luftverteidigung für Ukraine dringend verstärken.
- • Luftabwehrraketen-Lieferungen sanken auf ein Drittel des Vorjahresniveaus.
- • US-Israel-Krieg gegen Iran verbrauchte zahlreiche Patriot-Abfangraketen.
- • Neue Patriot-Produktionsstätte in Deutschland startet im September.
Hintergrund des jüngsten russischen Angriffs
Bei einem russischen Angriff in der Nacht zum Mittwoch verfehlten die ukrainischen Luftverteidigungssysteme alle 24 abgefeuerten ballistischen Raketen. Dabei kamen mindestens 17 Menschen ums Leben. Die Luftwaffe konnte zwar 98 von 115 Drohnen abschießen, jedoch keine der ballistischen Raketen. Diese können nur durch Patriot-Systeme abgefangen werden, die in der Ukraine rar sind.
Forderungen von Präsident Selenskyj
Präsident Wolodymyr Selenskyj rief Verbündete eindringlich zur Erhöhung der Patriot-Interceptor-Lieferungen auf. Er wies darauf hin, dass die Lieferungen im ersten Halbjahr 2026 auf ein Drittel des Niveaus von 2025 gefallen sind. Zudem äußerte er die Sorge, dass der Rückgang der Raketenlieferungen darauf abzielen könnte, die Ukraine in Friedensgesprächen kompromissbereiter zu machen.
Mangel an Interceptoren
Der Mangel an Patriot-Interceptoren wird durch den US-Israel-Krieg gegen den Iran verschärft, der viele Interceptoren verbraucht hat. Experten schätzen, dass die USA ihren Patriot-Bestand um mindestens 65 % reduziert haben. Die Produktion kann die Lücke nicht sofort schließen: Obwohl Lockheed Martin die Kapazität bis 2030 auf 2.000 Interceptoren jährlich erhöhen will, verbrauchten Golfstaaten in den ersten drei Kriegsmonaten über 1.100 Interceptoren.
Politische Signale und Aussichten
Bei einem Nato-Gipfel kündigte Donald Trump an, der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Raketen zu geben. Kurz darauf stellte er diese Entscheidung jedoch wieder in Frage. Berichten zufolge drängen die USA aber auf Gespräche über eine solche Lizenz. Die erste Europäische Patriot-Produktionsstätte soll im September in Deutschland eröffnet werden. Nato-Generalsekretär Mark Rutte versprach, die Ukraine solle die Luftverteidigung erhalten, die sie dringend benötige.
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