Neue App ermöglicht Rechtsanspruch bei zu langsamem Handynetz
Wichtige Fakten
- • Neue App 'Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk' startet heute.
- • 30 Messungen über fünf Tage nötig für Rechtsanspruch.
- • Mindestschwellen: 10-25% der vertraglichen Maximalgeschwindigkeit je nach Gebiet.
- • Recht auf Preisminderung oder Sonderkündigung bei erheblichen Abweichungen.
- • Verbraucher müssen Preisminderung selbst mit Anbieter klären - notfalls vor Gericht.
Rechtsanspruch bei schlechtem Handynetz
Verbraucher in Deutschland können ab sofort mit einer neuen App prüfen, ob ihr Handynetz langsamer ist als vertraglich vereinbart. Die Bundesnetzagentur hat die App "Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk" gestartet, die bei erheblichen Abweichungen ein Recht auf Preisminderung oder Sonderkündigung ermöglicht. Für den Nachweis sind 30 Messungen verteilt auf fünf Tage erforderlich, wobei die Mindestschwelle an drei Tagen nicht erreicht werden darf.
Unterschiedliche Anforderungen je nach Region
Die Mindestgeschwindigkeiten variieren je nach Besiedlungsdichte: In dünn besiedelten Gebieten müssen 10% der vertraglichen Maximalgeschwindigkeit erreicht werden, in mittlerer Dichte 15% und in dicht besiedelten Gegenden 25%. Verbraucherschützer kritisieren, dass Netzbetreiber häufig zu viel versprechen und die Werte in der Praxis nicht erreichen, während Telekommunikationsanbieter vor zusätzlicher Bürokratie warnen.
Praktische Umsetzung und Herausforderungen
Die Preisminderung erfolgt nicht automatisch; Verbraucher müssen die Höhe der Reduzierung selbst mit ihrem Anbieter klären oder im Streitfall vor Gericht gehen. Trotz Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gibt es insbesondere in ländlichen Gebieten weiterhin Probleme mit langsamen Verbindungen oder Funklöchern, was die neue Regelung besonders relevant macht.
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