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Gesellschaft 27.03.2026, 06:49 Aktualisiert: 27.03.2026, 18:08

Erste evidenzbasierte Richtlinien zur Bildschirmnutzung von Kindern unter fünf Jahren in England

Kinder unter 2 Jahren sollten Bildschirme nur gemeinsam mit Erwachsenen nutzen.

Wichtige Fakten

  • Kinder unter 2 Jahren sollten Bildschirme nur gemeinsam mit Erwachsenen nutzen.
  • Zwei- bis Fünfjährige sollten maximal eine Stunde Bildschirmzeit pro Tag haben.
  • 98% der Kinder nutzen täglich Bildschirme bis zum Alter von 2 Jahren.
  • Schnelle Videos können eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion und emotionales Ungleichgewicht auslösen.
  • Gemeinsame Nutzung mit Erwachsenen fördert die kognitive Entwicklung besser als alleinige Nutzung.

Neue evidenzbasierte Regierungsrichtlinien

Die britische Regierung hat erstmals evidenzbasierte Richtlinien zur Bildschirmnutzung von Kindern unter fünf Jahren veröffentlicht. Ein Expertengremium empfiehlt, dass Kinder unter zwei Jahren Bildschirme nur gemeinsam mit Erwachsenen nutzen sollten, während Zwei- bis Fünfjährige maximal eine Stunde täglich vor Bildschirmen verbringen sollten. Die Richtlinien decken alle Bildschirmtypen ab und schlagen vor, Bildschirme besonders bei Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen zu vermeiden. Stattdessen werden 'Bildschirmtausche' wie gemeinsames Lesen oder Spiele empfohlen, um die Interaktion zu fördern.

Wissenschaftliche Grundlagen und Herausforderungen

Die Forscher fanden heraus, dass längere alleinige Bildschirmzeiten Schlaf, körperliche Aktivität und kreatives Spiel beeinträchtigen können, wobei etwa 98% der Kinder täglich Bildschirme bis zum Alter von zwei Jahren nutzen. Bildungsexperte Bridget Phillipson betonte, dass dies ein noch wenig erforschtes Gebiet sei und man einen vorsichtigen Ansatz verfolge. Studien zeigen, dass Kinder mit hoher Bildschirmzeit weniger Wörter sprechen können, und schnelle, unvorhersehbare Videos können eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion auslösen, die emotionales Ungleichgewicht fördert.

Praktische Umsetzung und Familienbeispiele

Die Richtlinien empfehlen Eltern, mit gutem Beispiel voranzugehen und bildschirmfreie Zeiten einzuhalten, während für Kinder mit besonderen Bedürfnissen Ausnahmen gelten. Eltern wie Maddy Alexander-Grout aus Southampton berichten, dass Bildschirmzeiten für die Bewältigung des Alltags notwendig sind, während andere wie Nik Bannister aus Leeds dramatische Verhaltensänderungen bei ihren Kindern beobachteten und die Zeit reduzierten. Familien wie die von Hannah Deez aus Warwickshire setzen auf 'keine oder niedrige' Bildschirmzeit und fördern stattdessen Outdoor-Aktivitäten.

Forschung zu Bildschirminhalten und Ausnahmen

Forscher wie Prof. Sam Wass untersuchen, wie schnelle Inhalte emotionale Regulation beeinträchtigen, und die Richtlinien empfehlen, KI-Spielzeuge zu vermeiden. Experten betonen, dass nicht alle Bildschirmzeit gleich ist: Gemeinsames Ansehen mit Erwachsenen fördert die kognitive Entwicklung besser. Die Regierung erwägt auch Social-Media-Beschränkungen für Jugendliche, und Schattenbildungsministerin Laura Trott forderte ein Smartphone-Verbot in Schulen. Eltern werden ermutigt, realistische Entscheidungen zu treffen und Werbung für Apps an Kinder einzuschränken.

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