Neue Gesetze gegen Abofallen: Kündigung per Klick und 14-tägige Rücktrittsfrist
Wichtige Fakten
- • Ab 2027 können Verbraucher Abonnements per Klick kündigen.
- • Eine 14-tägige Rücktrittsfrist nach Probezeit oder Verlängerung wird eingeführt.
- • Unternehmen müssen vor Ablauf von Probezeiten oder Verträgen erinnern.
- • Die Regierung schätzt Einsparungen von 400 Millionen Pfund jährlich.
- • Ausnahmen gelten für Mitgliedschaften bei kulturellen und gemeinnützigen Organisationen.
Neue Verbraucherschutzmaßnahmen
Die britische Regierung plant ab Frühjahr 2027 strengere Gesetze gegen sogenannte "Abofallen", um Verbraucher besser vor unerwünschten automatischen Vertragsverlängerungen zu schützen. Nach Angaben des Department for Business and Trade (DBT) sollen Verbraucher Abonnements künftig "per Klick" kündigen können, ohne lange Telefonate führen zu müssen. Zudem wird eine 14-tägige Rücktrittsfrist nach Ende einer Probezeit oder bei automatischer Verlängerung eines Jahresabonnements eingeführt, die eine vollständige oder anteilige Rückerstattung ermöglicht.
Transparenz und Erinnerungspflichten
Unternehmen werden verpflichtet, klare Informationen im Voraus bereitzustellen, um zu verhindern, dass Kunden "still in teure Verträge hineinrutschen". Sie müssen außerdem Erinnerungen schicken, wenn eine kostenlose oder vergünstigte Probezeit endet oder wenn Verträge mit einer Laufzeit von einem Jahr oder länger verlängert werden. Laut DBT-Schätzungen gibt es im Vereinigten Königreich etwa 10 Millionen unerwünschte, aktive Abonnements, wobei über 3,5 Millionen Menschen von Probezeiten in kostenpflichtige Verträge übergehen und weitere 1,3 Millionen von unerwarteten automatischen Verlängerungen betroffen sind.
Reaktionen und Ausnahmen
Verbraucherschützer wie Sue Davies von Which? begrüßen die neuen Regeln als wichtigen Schritt für mehr Transparenz und Schutz. Timo Boldt, Gründer des Rezeptbox-Anbieters Gousto, betont, dass solche Maßnahmen bereits in seinem Unternehmen Standard sind. Ausgenommen von den neuen Vorschriften sind bestimmte Mitgliedschaften bei gemeinnützigen, kulturellen und denkmalpflegerischen Organisationen. Die Maßnahmen könnten den Durchschnittsbürger laut Regierungsschätzungen jährlich etwa 170 Pfund sparen und insgesamt Einsparungen von 400 Millionen Pfund pro Jahr bewirken.
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