Neue Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Ein umstrittener Start mit ostdeutschem Blick
Wichtige Fakten
- • Erstausgabe mit 43.000 Exemplaren am 20. Februar schnell vergriffen
- • Chefredakteur sieht Lücke in seriöser Berichterstattung mit ostdeutschem Blick
- • Herausgeber Holger Friedrich wird DDR-Verharmlosung vorgeworfen
- • Redakteur Florian Warweg arbeitete früher für Russia Today
- • Redaktion ist über mehrere ostdeutsche Städte verteilt
Ein neuer Akteur in der deutschen Presselandschaft
Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ) ist mit ihrer Erstausgabe am 20. Februar gestartet und verzeichnete mit 43.000 schnell vergriffenen Exemplaren einen erfolgreichen Start. Chefredakteur Dorian Baganz sieht eine Lücke in der seriösen Berichterstattung und möchte mit einem ostdeutschen Blick auf Regional- und Weltpolitik diese füllen. Die Redaktion ist über mehrere ostdeutsche Städte verteilt und wird vom Berliner Verlag des Unternehmers Holger Friedrich herausgegeben.
Kontroversen um Herausgeber und Personal
Der Start der Zeitung ist nicht unumstritten: Herausgeber Holger Friedrich wird DDR-Verharmlosung vorgeworfen, und Redakteur Florian Warweg arbeitete von 2014 bis 2022 für den russischen Sender Russia Today, dem Propaganda vorgeworfen wird. Die Macher der OAZ betonen jedoch, dass Warweg aufgrund seiner journalistischen Qualitäten eingestellt wurde und keine Verbindung zu Russland bestehe.
Chancen und Herausforderungen im Medienmarkt
Die OAZ will mit positiven Geschichten aus dem Osten und einer erweiterten Perspektive auch in Westdeutschland Leser gewinnen, doch Experten wie Judith Kretzschmar von der Universität Leipzig bezweifeln den Erfolg im Westen und betonen, dass Vertrauen in Medien eher lokal aufgebaut werden muss. In einem schwierigen Printmarkt tritt die OAZ nun als einzige überregionale Publikation aus einem ostdeutschen Verlag an.
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