Niedrigwasser: Weitere Länder lockern Lkw-Sonntagsfahrverbot
Wichtige Fakten
- • Pegel Kaub fiel auf 17 Zentimeter, unter Rekord von 2018.
- • Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg lockern Lkw-Fahrverbot.
- • NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland lockerten bereits vorher.
- • Sachsen lehnt generelle Lockerung ab; will Einzelfallprüfung.
- • Ziel: Wirtschaft absichern, Ausfälle der Schifffahrt kompensieren.
Hintergrund: Histortisches Niedrigwasser belastet Schifffahrt
Der anhaltende Niedrigwasserstand von Rhein und Elbe erreicht historische Tiefstände. Der Pegel Kaub, ein wichtiger Referenzwert für die Rheinschifffahrt, lag am Montagmorgen bei nur 17 Zentimetern und damit unter dem bisherigen Rekordwert von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Diese extreme Wasserlage führt dazu, dass Schiffe nur noch wenig Ladung transportieren können, die Kosten steigen und Lieferketten zunehmend unter Druck geraten. Teilweise droht die Fahrrinne ganz unpassierbar zu werden, wodurch die Flussschifffahrt in zwei getrennte Gebiete zerfiele.
Reaktion: Bundesländer ergreifen Maßnahmen
Als Reaktion haben mehrere Bundesländer das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen vorübergehend ausgesetzt, um den Gütertransport auf die Straße zu verlagern. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten dies bereits getan. Nun ziehen auch Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg nach. Bayern erlaubt ab dem kommenden Wochenende Ausnahmen, um kritische Güter wie Rohstoffe, Chemikalien und Energieträger transportieren zu können. Das Verkehrsministerium in Schwerin begründet den Schritt ebenfalls mit der Notwendigkeit, Produktionsstopps zu verhindern. Lediglich Sachsen lehnt eine generelle Lockerung ab und verweist auf die Möglichkeit von Einzelfallgenehmigungen.
Ziele: Wirtschaft stabilisieren
Die Landesregierungen betonen, dass die Lockerung ein wichtiger Baustein sei, um die Folgen des Niedrigwassers abzufedern. Insbesondere die Industrie und die Landwirtschaft seien auf funktionierende Transportwege angewiesen. Die Maßnahmen sollen solange gelten, wie die Niedrigwasserlage andauert, wobei die genauen Regelungen derzeit noch ausgearbeitet werden. Ziel ist es, Produktionsstopps zu verhindern und die Wirtschaft trotz der angespannten Lage am Laufen zu halten.
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