Österreich debattiert über Zukunft der Schwerarbeitspension
Wichtige Fakten
- • Schwerarbeitspension in Österreich: mit 60 und Abschlägen möglich.
- • Voraussetzung: mindestens zehn Jahre schwere Arbeit in 20 Jahren.
- • Seit 2024 auch für Frauen mit 60 Jahren beziehbar.
- • Aktuell nutzen 30.000 Pensionisten dieses Angebot.
- • ÖVP-Politiker fordert Renteneintritt erst ab 65 Jahren.
Österreichs Schwerarbeitspension: Eine umstrittene Regelung
In Österreich können Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen mit 60 Jahren in Rente gehen – der sogenannten Schwerarbeitspension. Diese Möglichkeit besteht seit 2007, wurde aber seitdem kaum angepasst. Um die Regelung in Anspruch zu nehmen, müssen Betroffene in mindestens zehn der letzten 20 Arbeitsjahre schwere körperliche oder psychische Arbeit geleistet haben. Zudem werden Abschläge fällig: Bis zum Erreichen des regulären Renteneintrittsalters werden bis zu neun Prozent der Rentenzahlung einbehalten. Seit 2024 können auch Frauen die Schwerarbeitspension mit 60 beziehen, da ihr reguläres Eintrittsalter schrittweise von 60 auf 65 Jahre angehoben wird und 2033 erreichen soll.
Finanzierung und Kritik
Die langfristige Finanzierbarkeit der Pensionen steht in Österreich erneut zur Debatte, angestoßen durch den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP). Er fordert einen späteren Renteneintritt, etwa ab 65 Jahren und nur mit mindestens 45 Beitragsjahren. Experten wie Carmen Treml von der Agenda Austria kritisieren, dass die Schwerarbeitspension nicht weiterentwickelt wurde und plädieren für mehr Umschulungen anstatt Frühverrentung. Aktuell beziehen rund 30.000 Personen diese Pension, pro Jahr kommen 5.000 bis 6.000 Neuzugänge hinzu – eine Entwicklung, die laut Treml angesichts des demografischen Wandels problematisch ist.
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