Papst Leo XIV. startet historische Afrikareise trotz heftiger Kritik von Trump
Wichtige Fakten
- • Papst Leo XIV. besucht erstmals Algerien, die Heimat von Augustinus von Hippo, als erster Papst überhaupt.
- • In Kamerun nimmt er an einem Friedenstreffen in Bamenda teil, wo seit etwa zehn Jahren ein Konflikt schwelt.
- • Donald Trump kritisiert den Papst als 'politisch sehr links' und 'schwach' in der Außenpolitik.
- • Papst Leo lehnt eine Debatte mit Trump ab, hat aber keine Angst vor dessen Regierung.
- • Die Reise unterstreicht Afrikas wachsende Bedeutung für die katholische Kirche, die dort 20 Prozent der Katholiken weltweit beherbergt.
Historische Afrikareise mit spiritueller Bedeutung
Papst Leo XIV. ist heute zu seiner ersten Afrikareise aufgebrochen, die ihn binnen elf Tagen nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea führt. Der Besuch in Algerien ist historisch, da noch nie ein Papst das Land bereist hat; er hat persönliche Bedeutung, da Augustinus von Hippo von dort stammt und Papst Leo dem Augustinerorden angehört. Laut dem algerischen Regisseur Rachid Benhadj ist dies eine spirituelle Geste, da Augustinus in Algerien die erste christliche Mönchsgemeinschaft gründete. Die Reise steht auch im Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs, da in Algerien nur 0,2 Prozent der Bevölkerung Katholiken sind und der Islam Staatsreligion ist.
Friedenssignale und soziale Aspekte
In Kamerun will der Papst in Bamenda an einem Friedenstreffen teilnehmen, was als starkes Signal in der Region gilt, wo seit etwa zehn Jahren ein Konflikt zwischen Separatisten und der Regierung schwelt. Paul Beitzer von Misereor betont, dass die Wahl Bamendas positive Auswirkungen hat, wie die Instandsetzung von Straßen und die Wiedereröffnung des Flughafens. In Angola soll der Papstbesuch ein Schlaglicht auf die soziale Situation werfen, wo trotz Rohstoffreichtum viele Menschen in Armut leben. In Äquatorialguinea, wo die Mehrheit katholisch ist, plant der Pontifex einen Gefängnisbesuch.
Internationaler Konflikt mit der US-Regierung
US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV. scharf kritisiert, bezeichnete ihn als 'schwach in der Kriminalitätsbekämpfung' und 'schlecht für Außenpolitik' und behauptete, der Papst sei nur gewählt worden, weil er Amerikaner sei. In seiner Antwort sagte Papst Leo während des Fluges nach Algerien, er habe keine Angst vor der Trump-Regierung, wolle keine Debatte mit Trump, werde aber weiter laut gegen Krieg sprechen und Frieden fördern. Trump setzte seine Kritik fort und nannte den Papst 'politisch sehr links', während Experten wie Massimo Faggioli die Angriffe mit denen von Diktatoren im Zweiten Weltkrieg verglichen.
Afrikas wachsende Bedeutung für die Kirche
Die Reise unterstreicht Afrikas wachsende Bedeutung für die katholische Kirche, da der Kontinent etwa 20 Prozent der Katholiken weltweit beherbergt und die Bevölkerung schnell wächst. Akademiker wie Adriaan van Klinken betonen, dass Afrika die Zukunft der Kirche darstellt, während in Westeuropa die Zahlen rückläufig sind. Der Papstbesuch soll auch Gemeinschaften mit langen Geschichten der Ungerechtigkeit in den Fokus rücken und den interreligiösen Dialog stärken, insbesondere in Algerien, wo christliche und muslimische Gemeinschaften zusammenleben.
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