Pflegekassen vor Milliardenloch: Bund sichert Zahlungsfähigkeit zu
Wichtige Fakten
- • Pflegekassen-Prognose: 4,4 Mrd. Euro Defizit für 2026.
- • Notdarlehen von 3,2 Mrd. Euro reicht nicht aus.
- • Ausgabensteigerung durch mehr Pflegebedürftige und höhere Kosten.
- • Pflegereform soll Einstufungen erschweren und Beitrag erhöhen.
- • Pflegebeauftragte: Kassen werden nicht pleitegehen.
Finanzlage der Pflegekassen
Die Pflegekassen in Deutschland stehen vor einem erheblichen Finanzierungsproblem. Laut GKV-Spitzenverband wird für das laufende Jahr ein Defizit von rund 4,4 Milliarden Euro erwartet. Bereits im ersten Halbjahr wurde ein Minus von 770 Millionen Euro verzeichnet. Selbst die Inanspruchnahme eines Notdarlehens in Höhe von 3,2 Milliarden Euro und die Mittel aus dem Pflege-Ausgleichsfonds können das Defizit nicht decken.
Ursachen und Reaktionen
Als Hauptgründe für die Ausgabensteigerung nennt der Verband die wachsende Zahl Pflegebedürftiger, höhere Kosten bei Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie gestiegene Zuschüsse zu den Eigenanteilen in der vollstationären Pflege. Die Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Katrin Staffler (CSU), wies Pleitebefürchtungen zurück und garantierte die Zahlungsfähigkeit der Kassen. Sie betonte, dass Bundesdarlehen die Zeit bis zum Start der Pflegereform Anfang nächsten Jahres überbrücken könnten.
Geplante Pflegereform
Die Pflegereform soll noch im September vom Kabinett verabschiedet werden. Der Entwurf von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) sieht vor, die Voraussetzungen für die Einstufung in Pflegegrade zu verschärfen und die Zuschüsse zu Eigenanteilen erst später greifen zu lassen. Zudem ist eine Anhebung des Pflegebeitrags für Kinderlose auf 4,3 Prozent geplant, während die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern eingeschränkt werden soll.
Quelle: tagesschau.de
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.