Pflicht-Screening gegen Mangelernährung in Krankenhäusern ab 2027
Wichtige Fakten
- • Jährlich sterben etwa 200.000 Menschen in deutschen Krankenhäusern im Zusammenhang mit Mangelernährung.
- • Besonders ältere Menschen sind betroffen: Über zwei Drittel der älteren Patienten in Kliniken sind mangelernährt.
- • Der Bundestag hat ein verpflichtendes Screening beschlossen, das bis Ende 2027 umgesetzt werden soll.
- • Ein systematisches Ernährungsmanagement könnte jährlich etwa 55.000 Todesfälle vermeiden.
- • Die gesamtgesellschaftliche Ersparnis durch bessere Ernährung wird auf 8,6 Milliarden Euro geschätzt.
Das Problem der Mangelernährung
Mangelernährung ist ein unterschätztes gesundheitliches Problem in Deutschland, das jährlich etwa 200.000 Todesfälle in Krankenhäusern verursacht, insbesondere bei älteren Menschen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) sind über zwei Drittel der älteren Patienten in Kliniken mangelernährt, was zu schwerwiegenden Folgen wie geschwächtem Immunsystem, verzögerter Wundheilung und Muskelabbau führt.
Politische Maßnahmen
Der Deutsche Bundestag hat mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz ein verpflichtendes Screening zur Erkennung von Mangelernährung in allen deutschen Krankenhäusern beschlossen. Bis Ende 2027 soll der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) eine Qualitätssicherungs-Richtlinie erarbeiten, die unter anderem Untersuchungen bei der Einweisung, Personal-Schulungen und strukturierte Therapiepläne vorsieht.
Wirkung und Herausforderungen
Ein systematisches Ernährungsmanagement könnte jährlich etwa 55.000 Todesfälle vermeiden und die gesamtgesellschaftliche Ersparnis auf knapp 8,6 Milliarden Euro schätzen. Allerdings stehen viele Kliniken vor Herausforderungen wie fehlendem qualifiziertem Personal und finanziellen Mitteln für gesündere Lebensmittel. Experten betonen, dass Investitionen in die Ernährungsmedizin kosteneffektiv sind und sogar Geld sparen können.
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