Rumänien als europäischer Masern-Hotspot: Impfskepsis und niedrige Durchimpfungsraten
Wichtige Fakten
- • Rumänien hat mit 62% die niedrigste Masern-Impfquote in der EU (WHO 2024).
- • 2025 wurden 4.198 Masernfälle in Rumänien gemeldet, 55% der EU-Fälle.
- • Die WHO fordert 95% Durchimpfung zur Masern-Eliminierung.
- • Impfskepsis wird durch Social Media, Ärzte und Politik angeheizt.
- • In einigen Dörfern sind nur 25% der Bevölkerung geimpft.
Zusammenfassung
Rumänien gilt als europäischer Masern-Hotspot mit der niedrigsten Impfquote in der EU. Laut WHO lag die Durchimpfungsrate 2024 bei nur 62 Prozent, weit unter den für eine Elimination erforderlichen 95 Prozent. 2025 wurden in Rumänien 4.198 Masernfälle gemeldet, was etwa 55 Prozent der EU-weiten Fälle ausmachte, nachdem der Anteil 2024 sogar bei 87 Prozent lag. Die Krankheit ist hoch ansteckend und kann zu schweren Komplikationen wie Gehirnentzündung oder Tod führen.
Ursachen und Herausforderungen
Die Gründe für die niedrige Impfquote sind vielfältig: erschwerter Zugang zu medizinischer Versorgung im ländlichen Raum, bewusste Entscheidungen von Eltern gegen Impfungen und weit verbreitete Impfskepsis. Diese wird durch Falschinformationen in sozialen Medien, aber auch durch Impfgegner in der Ärzteschaft, Politik und Kirche angeheizt. In einigen Dörfern, wie Bălușești im Nordosten, sind laut der Epidemiologin Daniela Gafița nur etwa 25 Prozent der Bevölkerung geimpft, was das Risiko für Ausbrüche erhöht.
Maßnahmen und Perspektiven
Das rumänische Gesundheitsministerium setzt auf Freiwilligkeit und startete eine Informationskampagne, um das Vertrauen in Impfstoffe wiederherzustellen. Gesundheitsminister Alexandru Rogobete betont, dass die Masernimpfstoffe seit über 30 Jahren sicher eingesetzt werden. Ärzte wie Daniela Gafița und Ileana Pelizaru führen Aufklärungsarbeit durch, stoßen jedoch oft auf Widerstand. Trotz eines Rückgangs der Masernfälle in Europa 2025 warnt die WHO weiterhin vor Infektionswellen, solange die Herdenimmunität nicht erreicht wird.
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