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International 24.05.2026, 15:00 Aktualisiert: 24.05.2026, 18:03

Sicherheitsskandale in australischen Abschiebehaftanstalten: Zwei Milliarden Dollar an Privatfirma verschwendet

MTC gewann 2,3-Milliarden-Vertrag trotz Bedenken zu früheren Mängeln.

Wichtige Fakten

  • MTC gewann 2,3-Milliarden-Vertrag trotz Bedenken zu früheren Mängeln.
  • Mehr als 12 Fluchten oder Fluchtversuche in 14 Monaten.
  • Zwei Mitarbeiter wegen Rauchvergiftung im Krankenhaus.
  • Fehlendes Personal führte zu verpassten Arztterminen.
  • Ein Häftling konnte trotz Handschellen aus Krankenhaus fliehen.

Sicherheitsversagen in Abschiebehaftanstalten

Die US-Privatfirma MTC, die australische Abschiebehaftanstalten betreibt, steht wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel in der Kritik. Seit Übernahme des Vertrags vor 14 Monaten kam es zu mehr als einem Dutzend Fluchten oder Fluchtversuchen, darunter ein Kinderschänder, der trotz Handschellen aus einem Krankenhaus entkam, und ein Häftling, der über einen Laternenpfahl kletterte und erst zwölf Stunden später vermisst wurde.

Mitarbeiter gefährdet – Behörde greift ein

Zwei Mitarbeiter wurden mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie ohne Atemschutz einen Brand löschten. Die Arbeitssicherheitsbehörde Comcare leitete ein eigenes Inspektionsprogramm ein und warf der Betreiberfirma vor, gegen Gesundheits- und Sicherheitsgesetze zu verstoßen. Der Innenminister zitierte den MTC-Präsidenten zu einem geheimen Krisentreffen.

Systematische Missstände

Interne Dokumente belegen, dass Häftlinge wegen Personalmangels medizinische Termine verpassen. Ein Brandstifter konnte Teile der Unterkunft zerstören, da die Überwachung stundenlang ausfiel. MTCs „minimalistisches Personalmodell“ wird von der Behörde als Sicherheitsrisiko eingestuft. Der Deal mit MTC kostete 2,3 Milliarden Dollar – eine Kündigung wäre teuer.

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