SpaceX-Aktie jetzt im MSCI World: Was ETF-Sparer wissen müssen
Wichtige Fakten
- • SpaceX wird mit knapp 0,1% in den MSCI World aufgenommen.
- • MSCI World besteht zu 75% aus US-Aktien, SpaceX kaum Einfluss.
- • Streubesitz von nur 4% kann Kurs extrem schwanken lassen.
- • Expansion, Fehmarnbelt-Tunnel soll bis 2024 fertig sein.
Aktienaufnahme und Hintergrund
Die SpaceX-Aktie wird heute in den MSCI World aufgenommen, was viele ETF-Sparer indirekt zu Aktionären des Weltraumkonzerns macht. Der Börsengang Ende Juni 2024 sorgte für enormen Handelsumsatz: 32.000 Trades in den ersten fünf Tagen bei Flatex Deutschland – zehnmal mehr als Nvidia, 30-mal mehr als Tesla. Allerdings bleibt das Gewicht verschwindend gering: Christian Röhl von Scalable Capital schätzt anfangs nur rund 0,1 Prozent des Index. Der Hype sei „übertrieben“, da selbst deutliche SpaceX-Kursverluste den Gesamtindex kaum bewegen würden – bei zehn Prozent Verlust nur um 0,01 Prozent nach unten.
Indexregeln und ETF-Anpassungen
Da die Indexfonds den MSCI World nachbilden müssen, kaufen sie nun SpaceX-Aktien. Dies kann die Nachfrage und den Kurs stützen, auch weil der Streubesitz nur vier Prozent beträgt. Anders als der MSCI World hält S&P Dow Jones an strengen Regeln fest: Für den S&P 500 mindestens zehn Prozent Streubesitz sowie Profitabilität; SpaceX ist nicht profitabel (Nettoverlust 1,6 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2024). Der Nasdaq 100 wird SpaceX am 6. Juli aufnehmen, wegen kürzlich geänderter „Fast Entry“-Regeln, die schon ab 15 Handelstagen zulassen. Experten kritisieren diese Anpassung als „Lex SpaceX“ und sehen mögliche Überbewertungsgefahren.
Risiken für passive Anleger
Seit Handelsbeginn am 12. Juni schwankt die SpaceX-Aktie extrem: plus 67 % und minus 35 % in der Spitze. Aufgrund des niedrigen Streubesitzes wirken große Orders überproportional. Insiderverkäufe könnten den Kurs noch stärker unter Druck setzen. Trotz dieser Risiken ist die Aktie für ETF-Anleger entscheidungstechnisch nicht existenziell – kurzfristig bleibt das Klumpenrisiko vielmehr durch die „Magnificent Seven“ (Apple, Microsoft, Amazon, Google, Meta, Tesla, Nvidia) geprägt, die schon jetzt über 24 Prozent des MSCI World ausmachen. Die gute Botschaft: Weder im MSCI World noch im Nasdaq 100 wird SpaceX zum dominanten Positionen, aber Anleger sollten sich der Indexregeln bewusst sein, damit sie nicht ungewollt Megatrends wie private Raumfahrt fördern.
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