Starmer entschuldigt sich offiziell für historische Zwangsadoptionen
Wichtige Fakten
- • Zwischen 1949 und 1976 ca. 185.000 Babys adoptiert.
- • Starmer sprach bei der Entschuldigung im Unterhaus von einem „Schandfleck in unserer Geschichte".
- • Die Regierung stellt 4 Millionen Pfund für Aufarbeitung bereit.
- • Konservative und Church of England hatten sich zuvor entschuldigt.
- • Entschädigungsfrage bleibt vorerst offen, Prüfung angekündigt.
Umfang der Entschuldigung
Der britische Premierminister Keir Starmer hat im Namen des britischen Staates eine formelle Entschuldigung für die historischen Zwangsadoptionen in England und Wales ausgesprochen. Zwischen 1949 und 1976 wurden schätzungsweise 185.000 Babys von unverheirateten Müttern zur Adoption freigegeben. Starmer bezeichnete die Praktiken, die auf einer Schamkultur basierten, als „Schandfleck in unserer Geschichte“ und betonte, dass die Scham nicht bei den betroffenen Frauen liege.
Reaktionen und konkrete Maßnahmen
Bei der Zeremonie im Unterhaus wischten sich betroffene Mütter und Adoptierte, die von der Empore aus zusahen, Tränen aus den Augen; einige applaudierten. Die Regierung kündigte 4 Millionen Pfund für besseren Zugang zu Adoptionsakten, psychologische Unterstützung und die Erfassung von Erfahrungsberichten an. Außerdem sollen staatliche Selbsthilfegruppen aufgebaut werden. Opposition und Kirchensignalisierten parteiübergreifende Unterstützung. Nicht alle Betroffenen erfasste der Zeitraum 1949-1976, da in manchen Fällen auch später noch Zwang ausgeübt wurde.
Ausblick und Forderungen
Während die Entschuldigung als historische Anerkennung des Unrechts gilt, fordern Betroffenenverbände wie Adoption UK und das Movement for an Adoption Apology konkrete Entschädigungen sowie traumatasensitive Unterstützung. Starmer kündigte an, mit den Betroffenen über ein mögliches Entschädigungssystem sprechen zu wollen. Andere Landesteile wie Schottland haben sich bereits früher entschuldigt.
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