Studie: PFAS-Alternativen in Medikamenten breiter verfügbar als gedacht
Wichtige Fakten
- • Für 97 von 111 PFAS-haltigen Arzneiwirkstoffen existieren Alternativen.
- • PFAS-Abbauprodukt TFA wurde 2025 als fortpflanzungsgefährdend eingestuft.
- • Jährlich gelangen mehrere Tonnen PFAS über Medikamente in die Umwelt.
- • Studie von Uni Freiburg und Umweltbundesamt widerlegt Branchenargumente.
Hintergrund der Untersuchung
Für viele Medikamente könnten Hersteller bereits heute auf PFAS verzichten, wie eine neue Studie des Pharmazeutischen Instituts der Universität Freiburg und des Umweltbundesamtes zeigt. NDR und WDR liege die Untersuchung vor, nach der für die Mehrheit der zugelassenen PFAS-haltigen Arzneiwirkstoffe Alternativen existieren.
Zahlreiche mögliche Alternativen
Von 111 geprüften PFAS-haltigen Wirkstoffen seien 97 durch PFAS-freie Ersatzstoffe ersetzbar, erklärt Studienautor Michael Müller. Oft seien Alternativen bereits am Markt oder in anderen Ländern zugelassen. In Deutschland zugelassene 70 PFAS-haltige Wirkstoffe böten demnach potenziell 61 PFAS-freie Optionen.
Branche hält dagegen
Die Arzneimittelindustrie führt Zeit- und Forschungsaufwand sowie Vorteile wie Stabilität und Haltbarkeit von PFAS ins Feld. Auch sei die Umstellung schwerer als etwa bei Haarshampoos. Pharma-Deutschland-Sprecher Hannes Hönemann betonte die Notwendigkeit funktionierender Arzneimittel gegenüber Umweltüberlegungen.
Umweltfolgen von PFAS in Arzneimitteln
Weltweit werden jährlich Tonnen langlebiger PFAS-Abbauprodukte wie Trifluoressigsäure (TFA) freigesetzt, die ab 2025 offiziell als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wurden. Bislang ist ihre Umweltbelastung kaum erforscht.
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