Ticketsteuer soll sinken – Luftfahrtbranche fordert mehr Entlastung
Wichtige Fakten
- • Ab Juli 2026 gilt eine niedrigere Ticketsteuer für Flüge ab Deutschland.
- • Einnahmen sollen auf Niveau von 2024 fallen, Senkung bis zu 16 Prozent.
- • Luftfahrtverbände BDL und ADV fordern weitere Maßnahmen.
- • Umweltverbände kritisieren die Steuersenkung als falsches Signal.
- • Iran-Krieg treibt Ölpreis und verteuert Flugreisen zusätzlich.
Geplante Steuersenkung ab Juli 2026
Die Bundesregierung plant, die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 zu senken. Die Einnahmen sollen auf das Niveau von 2024 zurückfallen. Die Steuer wird in drei Kategorien reduziert: Inlands- und Europaflüge von 15,53 auf 13,03 Euro, Mittelstrecken (2.500–6.000 km) von 39,34 auf 33,01 Euro und Langstrecken (über 6.000 km) von 70,83 auf 59,43 Euro. Der Bundestag stimmt am Donnerstag ab, der Bundesrat muss noch zustimmen.
Branche fordert weitergehende Entlastung
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Flughafenverband ADV kritisieren, die Senkung reiche nicht aus, um Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen europäischen Ländern auszugleichen. Sie verweisen auf die Angebotsreduzierung von Ryanair am Flughafen Berlin als Beispiel. Das Finanzministerium erwartet, dass Airlines die Senkung an die Kunden weitergeben, kann dies jedoch nicht erzwingen.
Kritik von Umweltverbänden
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnet die Steuersenkung angesichts der Energiekrise durch den Iran-Krieg und der Klimakrise als „völlig falsches Signal“. Die Subventionen des Luftverkehrs führten zu Wettbewerbsverzerrungen, insbesondere gegenüber der umweltfreundlicheren Schiene.
Weitere Belastungen durch Iran-Krieg
Der durch den Iran-Krieg gestiegene Ölpreis treibt aktuell die Kosten für Flugreisen zusätzlich nach oben, was die Wirkung der Steuersenkung für die Verbraucher zumindest teilweise aufheben könnte.
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