US-Drohung: Rolle in Bosnien-Herzegowina überdenken
Wichtige Fakten
- • US-Botschaft Sarajevo droht mit Rückzug aus internationaler Präsenz.
- • Europa lehnte US-Kandidaten Zanardi Landi für High Representative ab.
- • EU unterstützt Franzosen Troccaz; USA werfen Europa Unentschlossenheit vor.
- • Analysten vermuten wirtschaftliche Motive hinter US-Haltung.
- • US-Sanktionen gegen Serbenführer Dodik wurden fallen gelassen.
US-Drohung nach EU-Streit über High Representative
Eine tiefgreifende Kluft zwischen den USA und Europa über die Zukunft Bosnien-Herzegowinas ist offen ausgebrochen. Die US-Botschaft in Sarajevo drohte damit, ihre Rolle im internationalen Peacekeeping zu überdenken, nachdem europäische Staaten den bevorzugten US-Kandidaten für den Posten des Hohen Repräsentanten abgelehnt hatten. Washington unterstützte den italienischen Diplomaten Antonio Zanardi Landi, während Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die meisten EU-Staaten den französischen Gesandten René Troccaz favorisierten. Auch die Trump-Administration plädierte für eine Schwächung der Befugnisse des Hohen Repräsentanten zur Durchsetzung des Dayton-Abkommens.
Europäische Kritik und wirtschaftliche Motive
Einige europäische Diplomaten meinten, die Region könnte von einer kleineren US-Rolle profitieren, da Trumps Umfeld zunehmend wirtschaftliche Interessen in Bosnien verfolge. Unter anderem USA-Präsident Trumps Sohn besuchte im April Banja Luka. Analysten sehen eine Mischung aus ideologischen und geschäftlichen Motiven: „Konzessionen und Verträge sind oberste Priorität“, so ein Thinktank.
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