US-Finanzminister soll Yen-Kauf geplant haben
Wichtige Fakten
- • US-Finanzminister Scott Bessent notierte geplante Yen-Käufe von 5-10 Milliarden Dollar.
- • Das Notizblatt wurde während einer Kabinettssitzung in Camp David fotografiert.
- • Die New Yorker Fed verkaufte Euro, um Yen für das US-Finanzministerium zu kaufen.
- • Der Yen fiel letzte Woche auf den schwächsten Stand seit 1986.
- • Japan intervenierte bereits am Freitag, um den Yen zu stützen.
Hintergrund der Yen-Schwäche
Die japanische Währung hatte in den letzten Wochen stark an Wert verloren und erreichte letzte Woche den tiefsten Stand seit 1986. Als Gründe gelten unter anderem steigende Ölpreise und die Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA. Die japanischen Behörden hatten bereits am Freitag interveniert, um den Yen zu stützen.
Der Vorfall in Camp David
Während einer Kabinettssitzung in Camp David fotografierte ein Reuters-Fotograf über die Schulter von US-Finanzminister Scott Bessent ein Notizblatt, auf dem handschriftlich „Buy Japanese Yen (JPY) $5-10 bil“ notiert war. Das Notizblatt lag direkt vor Bessent auf dem Tisch und war auch in späteren Videoaufnahmen sichtbar, als er den Präsidenten lobte.
Marktreaktionen
Nach Bekanntwerden des Fotos stieg der Yen deutlich an. Der Dollar fiel innerhalb weniger Minuten von etwa 158,9 auf 157,6 Yen. Zudem berichtete die Financial Times, dass die Federal Reserve Bank of New York im Auftrag des US-Finanzministeriums Euro verkauft habe, um Yen zu kaufen. Das US-Finanzministerium hat seit 2011 nicht mehr interveniert, als es nach dem Fukushima-Erdbeben koordiniert mit anderen G7-Staaten handelte.
Unklare Kommunikation
Eine Sprecherin des Finanzministeriums wollte sich weder zu den Notizen noch zu einer möglichen Intervention äußern. Zuvor hatten zwei anonyme Quellen Reuters mitgeteilt, dass das Ministerium Banken über eine mögliche Intervention am Yen-Markt informiert hätte. Die genauen Hintergründe und Ziele bleiben vorerst unklar.
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