Wachstumsplan für Geflügel bedroht britische Ernährungssicherheit
Wichtige Fakten
- • Geflügel-Wachstumsplan erhöht Abhängigkeit von Soja-Importen (18 % Tierfutter).
- • Umweltministerin Reynolds plant Planungserleichterungen für Intensivtierhaltung.
- • Kampagnengruppen warnen vor Risiken für Lieferketten und Amazonas-Regenwald.
- • Forschungsinstitut betont Notwendigkeit naturfreundlicher Anbausysteme für Ernährungssicherheit.
Kritik an Geflügelstrategie der britischen Regierung
Die britische Regierung will mit einem Wachstumsplan für die Geflügelbranche die heimische Erzeugung ausbauen, um die Ernährungssicherheit zu stärken und Importabhängigkeiten zu verringern. Umweltministerin Emma Reynolds kündigte auf einem Agrarkongress an, Planungsvorschriften zu lockern, um mehr Ställe bauen zu können. Doch genau dies gerät als Risiko für die Nationale Sicherheit in die Kritik. Denn die Geflügelhaltung sei ohne Importe von Soja-Futtermitteln, zu 18 Prozent aus Southamerika, nicht nachhaltig, so Ruth Westcott von der Organisation Sustain. Die Geflügelproduktion sei ressourcenintensiv und umweltschädlich. Gemeinsam mit der Kampagnengruppe Communities Against Factory Farming fordert sie eine Abkehr vom Plan der Massentierhaltung und eine Umstellung auf Eiweißpflanzen wie Hülsenfrüchte und Nüsse.
Warnung vor Verwundbarkeit der Lieferketten
Die hohe Abhängikeit von Tierfutter-Importen mache Großbritannien anfällig für Preisschwankungen, geopolitische Spannungen und Ernteausfälle, warnt ein nationaler Sicherheitsbericht von britischen Behörden. Wegen Blockaden im Schwarzen Meer drohten Versorgungslücken, welche mittelfristig – auch durch den Klimauandel – verschärft. Diese Klima- und Umweltrisiken für sehr begrenzt haltbare Lebensmittel habe man lange ignoriert, betont auch Harriet Bell von Riverford. Nachhaltige Agrarsysteme könnten dagegen zugleich die Bodenqualität schützen und die Widerstandskraft gegen ein volatiles Umfeld steigern. Die britische Regierung könne dieses Potenzial mit einem Aktionsplan für biologischen Anbau unterstützen.
Forschungs- und Expertenwarnungen verstärken die Forderungen
Tim Benton von der Universität Leeds unterstreicht, jedes der wenigen Zeitfenster müsse noch genutzt werden: Solche Zufußchen wichtiger Gerüste für die landesweite Ernährungssicherheit hießen das Vermeiden von nicht kostendeckender Intensivhaltung. Ohnehin habe sich die Sicherheitslandschaft durch die andauernden Serial Crises radikal verändert. Risikoeinschätzungen seien schwieriger als früher – er prognostiziert, dass schon 2030 periodisch Störungen allen Produktionswegen vorgelagerter Lieferketten erwartet werden könnten.